Fundgrube

Die Treue halten,
Ohne zu wissen wohin
Die Beharrlichkeit
Ins Uferlose ohne Zweck,
Den Tag beginnen, als wär‘
Er der erste und letzte zugleich.
Sein Ich erweitern
Und zugleich vor dem Werk
Zurücktreten immer mehr,
Das ist das Los,
Ist das Glück,
Ist die Not
Des schöpferischen Menschen.
(Helen Dahm)

Da habe ich dieses Blog ins Leben gerufen, um mir selbst beim Arbeiten und Denken zuschauen zu können. Ein Reflexionsplätzchen sollte dies werden und ein Ort, wo ich mir selbst und anderen zeigen kann, was so geschaffen wird von meinen Händen. Mit dem Hintergedanken, dass dann eben überhaupt auch etwas entsteht und es nicht immer nur beim Denken und Planen bleibt. Oder auf halber Strecke zum Erliegen kommt.

Und es funktioniert! Es funktioniert so gut, dass ich es vor lauter Gewerkel nicht mehr vor den Computer schaffe. Die Tage gehören weitgehend dem Kind, dem Gefährten, den Tieren und dem Haus, und so bleiben jeweils nur wenige Abend- und Nachtstunden für meine Projekte. Was wurde aber in diesen gestrickt, betoniert, geschliffen, gesprayt,… Die Resultate zeige ich gerne im Verlauf der nächsten Tage.

Und ich registriere die erste Fallgrube des Blog-Universums (oder meines Blog-Universums): die Kommentare der Leserinnen. Sie motivieren und freuen mich sehr, setzen mich aber auch unter Druck. Man weiss, da liest jemand mit, und so will man nicht zu lange warten mit dem nächsten Post. Und ehe man sichs versieht, ist aus dem spannenden, netten „Ego-Reflexions-Tool“ eine öffentliche „Mini-Galerie“ und ein gieriges Zeitfresserchen geworden, welches die tägliche Pendenzenliste um einen weiteren Punkt verlängert.

Zudem stellen sich Fragen nach Authentizität, Ehrlichkeit, Abgrenzung. Will ich beschönigen? Nur Gelungenes zeigen? Oder dem Scheitern ebenfalls einen Platz geben? Aber wirds dann nicht zu persönlich? Für Leserinnen soll dieses Blog ja im besten Fall Inspirationsquelle sein, nicht die unangenehme Ausbreitung meines Innenlebens. Vermutlich wird es die Zeit zeigen, welche „Färbung“ meine Texte und Bilder annehmen. Jeder Post soll einfach im Moment des Veröffentlichens ehrlich und unprätentiös sein. Das ist mal ein erster, wichtiger Vorsatz.

Ganz oben übrigens eine ältere Arbeit von mir. Die Collage stammt aus einer ganzen Serie zu Songtiteln von The Beatles.

4 Kommentare zu „Fundgrube“

  1. Interessante Gedanken…..
    Mmmmh. Lass es doch einfach laufen! Ich fürchte manchmal, ich mache nur etwas, um regelmäßiges virtuelles Schulterklopfen zu ernten und komme mir dann irgendwie komisch vor….beifallsheischend, eitel, aufmerksamkeitsheischend. Aber Fakt ist doch: es treibt an, Publikum ist gerade als freischaffender, allein zu Hause werkelnder wichtig und macht einen fleißig.
    Und…. Nein, scheint so, als hätte ich mich getäuscht…. Eine Galga… Pfffff… sein können hätte es wohl….!
    Liebe Grüsse!

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  2. oh, ich mag die collage sehr.
    und deine bloggedanken kongruieren zu einem großen teil regelrecht mit den meinen.
    auch die erste blogbilanz. aber wir finden schon rein und unser maß und unseren platz in diesem blogkosmos. bestimmt. und: dein blog ist wunderschön. ich halte mich sehr gern hier auf.
    gedanklich verbunden
    sei herzlich gegrüßt
    von: °°°u.

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