Chaos überall

Als ich die aufgedrehte Wolle zu einem Knäuel wickeln möchte und Entwirrungsversuche auch solche bleiben, entschlüpft mir der ein und andere Fluch. Nach langem Gewickel, Entknoten und Probieren liegt aber schliesslich doch ein akkurat aufgewickelter Knäuel Wolle vor mir.

Der Elektrozaun der Schafe verheddert beim Umstecken. Das Gezerre, Gefädel, Untendrüber- und Untendurchziehen erinnert mich an die Wolle, nur dass ich jetzt mitten drin stehe im Chaos. Ich schaffe es, einigermassen ruhig zu bleiben und mich den 60 Metern Herausforderung zu stellen. Die Schafe beobachten mich interessiert mal von der einen, mal von der andern Seite des Durcheinanders, um sich schliesslich ganz brav wieder auf der gewünschten Seite der Wiese, abgetrennt durch einen sauber gespannten Zaun, einzufinden.
Wenn mein Blick jetzt auf den Schreibtisch fällt, auf mein Materialregal, in die ein oder andere Schublade, in den Kleiderschrank und an noch so manchen Ort, weiss ich, dass alles zu schaffen ist. Irgendwie, irgendwann. Und dass ich bis dahin nicht die Nerven und Zuversicht verlieren sollte.

2 Kommentare zu „Chaos überall“

  1. niemals.
    es wird. auch wenns dazwischen oft gar nicht so aussieht und einem nach einfach kappen zumute ist.
    hab dank, liebe m, für deine worte und dein mitbangen. tag eins war gut, ein wenig wie besuch oder spielplatz, ich war dabei und das füchslein frohgemut und neugierigst auf all die tollen dinge und anderen kinder dort. heute mussten wir pausieren, weil das füchslein nachts keine lust auf schlafen hatte — entsprechend seine laune heute. verzichtbar, einen eingewöhnungsversuch zu starten. morgen begleitet vom papa, immer noch ohne auch nur eine minute ohne uns. aber nächste woche dann vielleicht schon … und dann werd ich besser sehen auch, wie es mir damit geht. das bangen geht also weiter hier.
    herzliche grüße!

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  2. dieser blick in ecken, in schubladen, unter die treppe – wie gut kenne ich ihn. manchmal verzweifelnd, manchmal gleichmütig, oft verärgert. und doch, du hast recht: irgendwie, irgendwann!
    wichtiger als aufräumen ist allemal das leben.
    ich schick dir viele liebe grüße!

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