Stolperstein: Milk & Honey


Das Halten und vor allem Essen von Nutztieren (wobei ich diese Bezeichnung irreführend finde) wird von vielen Leuten als verwerflich betrachtet. Ausbeutung, Sklaverei, Mord,…

In loser Folge hier einige Überlegungen.

Was geschähe mit all den Tieren, wenn der Mensch kein Interesse mehr an ihnen/ihren Erzeugnissen hätte? Würde er sie noch halten und pflegen? Falls nein, würden sie aussterben? Welcher Verlust wäre dies für den Menschen nebst dem Verzicht der eigentlichen Erzeugnisse?

(Wie es der Name schon sagt: Unter dem Label „Stolperstein“ notiere ich Gedanken, Ungereimtheiten und Überlegungen, welche meinen Weg kreuzen und mich kurz oder etwas länger beschäftigen.)

8 Kommentare zu „Stolperstein: Milk & Honey“

  1. fein gedacht. fein fotografiert. ich stoße im zuge von nutztierhaltung in letzter zeit immer wieder über den begriff lebensmittelproduktion – so gesehen, also dass rinder und schweine produziert werden, anstatt gehalten und gepflegt, dreht's mir den magen um. ich mag das bild von kühen, die wie deine sonnenlicht sehen und frisches gras fressen dürfen, mag die vorstellung, dass das schwein auf meinem teller sich glücklich in erde gesuhlt hat… das traurige ist, dass so viele nicht bereit sind, diese nahrungsmittel genau so zu schätzen und den dementsprechenden preis dafür zu bezahlen. hier gibt es einen biobauern, der untrer anderem auch kühe hält, nicht viele, nur ein paar – aber sie haben noch nie den himmel gesehen – da stellt sich mir die frage, wie artgerecht das dann ist und ob das die bezeichnung bio überhaupt rechtfertigt…. es ist gar nicht leicht, im supermarkt zu erkennen, welches fleisch produziert wurde und welches von tieren stammt, die artgerecht und natürlich gehalten wurden. so manche illusion steckt hinter dem deckmantel bio und natur im supermarkt….
    liebe wochenendgrüße
    dania, die sich über deine stolpersteine freut, weil sie nachdenklich stimmen….

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  2. liebe martina, ich stolpere gerade mit und denke strauchelnd …
    und hänge gerade in: nur so lange wir sie essen, gibt es sie bestimmt?
    ich mag das, dein denken. sehr. und das foto ist im übrigen traumhaft schön.
    und danke sagen will ich dir, kurz innehaltend im stolpern, für deine worte, die mich unheimlich gefreut haben.

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  3. Die Kuh dort, die kann man getrost essen.
    Bin auf der Autobahn mehrmals an Lastern mit Schweinen vorbei gefahren und wir hatten Blickkontakt. Also die Schweine und ich.
    Und mir wieder geschworen, nur noch beim Metzger des Vertrauens zu kaufen.
    Keine Knackwürsten mehr der Bequemlichkeit halber aus dem Supermarkt.
    Ach. Aber so konsequent bin ich sicher wieder nicht.
    Liebe Grüsse!

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  4. Liebe Frau Krähe, ein wunderschönes Foto und ein gutes, nachdenkenswertes Thema! Ich kann deinen Gedankengang gut nachvollziehen, es ist aber leider auch so, dass die weltweite Viehhaltung seit 1961 um 60 Prozent gestiegen ist. Diese Tiere verbrauchen viel Wasser, Nahrungsmittel und Platz, was unter anderem zur Abholzung des Regenwaldes führt. Und etwa 98% aller Hühner und Schweine, die auf deutschen Tellern landen, stammen aus Massentierhaltung. Ich könnte jetzt noch weit ausholen, das würde aber leider den Rahmen hier sprengen. Empfehlen möchte ich aber unbedingt noch „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer. Pflichlektüre für dieses Thema.

    Liebe Grüße von Sanne!

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  5. Liebe Frau Krähe,
    Dein Stolperstein hinkt, weil er sich selbst widerspricht:
    Du magst die Bezeichnung „Nutztier“ nicht, bekundest aber gleichzeitig, dass diese Tiere um ihres Nutzen wegen gehalten werden. Ja, was denn nun? Schmusen oder fressen?
    Hält der Bauer die Kühe, weil sie vom Aussterben bedroht sind? Gäbe es diese Art Kühe denn überhaupt, wenn die Milch- und Fleischindustrie keinen maximalen Profit aus ihnen ziehen könnte? Und wenn es sie nicht geben würde, sondern nur das alte Urvieh, wie könnten sie dann aussterben?
    Ist es richtig, den Verzicht auf Massenware als „Verlust“ zu bezeichnen? Wo bleibt bei diesen Gedanken die Moral, die den Menschen angeblich vom Tiere differenziert? Vergleichst Du Zuchthunde mit bedrohten Wölfen?

    Und wieviele Menschen sind vom Aussterben bedroht, weil wir statt für sie Futter für unsere Fleischerzeuger anbauen???

    Es sind nur meine Gedanken in loser Folge.

    Esst, aber tut es mit Bedacht.

    Maike

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  6. Gestern hat mir ein Bauer hier erzählt, dass dieser Wahnsinn mit dem „immer mehr…“ an der Förderpolitik liegt, so denkt er. Er hat 8 Kühe und liefert Milch an die örtliche Molkerei. Nächstes Jahr wird das noch gehen, danach weiß keiner, wie es weitergeht. Da muss jeder Bauer einzeln mit der Molkerei verhandeln, ob er seine Milch liefern darf oder nicht. Und er fürchtet, dass dann nur mehr die liefern können, die „einen Haufen“ Tiere haben. Weil dann rentiert es sich, dass der Milchwagen direkt zum Bauern fährt. In unserem Tag gibt es solche Bauern nicht – d.h. die Molkerei könnte es sich sparen, das ganze Tal hinein und wieder herauszufahren, wenn sie nur ein, zwei Megabauern haben, die irgendwo in einem Ballungszentrum (Flachland?) 100 Tiere und mehr halten. Und die kriegen ja auch die höchsten Förderungen (dass es heißt, dass zukünftig die „kleinen Bauern“ mehr gefördert werden sollen, ist schlichtweg eine Lüge von Seiten der Politik in Wahlkampfzeiten. Wir mit unseren 2,5ha müssten 5 ha (!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!) dazupachten in flachem Gebiet, um überhaupt die Mindestanforderungen für eine stinknormale EU-Förderung zu erhalten.

    Deshalb: umso wichtiger: bereit sein, das zu zahlen, was das Produkt wert ist. Sich die Mühe machen, bei einem Bauern direkt einzukaufen oder einem Markt. Bei Produkten genau nachschauen, woher sie kommen. Lieber weniger konsumieren.

    Und was Tiere betrifft. In „das letzte Kind im Wald“ gibt es irgendwo den Satz, dass Veganismus u.ä. sehr viel damit zu tun haben, dass den Menschen der natürliche Bezug zur Natur verloren gegangen ist. Und es steht, das sich vor allem Menschen in städtischem Raum das „Retten der Tiere“ zur Aufgabe gemacht hat. Das ist jetzt sicher überspitzt formuliert, aber ich finde, es trifft das Problem im Kern: der natürliche (!!) Bezug zur Natur. Wo das Geben und Nehmen in einem Gleichgewicht stehen. Wo nicht Tiere vermenschlicht werden und den Pflanzen jegliche Seele abgesprochen wird (außer die Fruttarier, die essen ja nur das, was von selbst vom Baum fällt oder so ähnlich).

    Was ich noch 100% sicher bin: nur durch Veganismus ändert sich am Welthunger nichts. Da steht mehr dahinter, nämlich Lobby und riesige Konzerne. Nestlé möchte ich da als ein Beispiel nennen. Unabhängig davon, was angebaut wird: es geht darum vor Ort die Menschen abhängig zu machen (Stichwort: Saatgut, das so behandelt ist, dass es nicht mehr selbst vermehrt werden kann) von Konzernen. Es geht letztlich um Geld und Macht. Nicht um das Wohl der Menschen. Und auch nicht um das Wohl der Tiere.
    Ich habe in Brasilien riesige Kaffeeplantagen gesehen und Orangenplantagen, wo Menschen gearbeitet haben, für die das Wort „Sklave“ noch zu wenig aussagekräftig ist. Schrecklich. Oder auch Papayas, Bananen etc. – wie viele Veganer essen das und denken sie tun dabei Gutes, weil sie ja kein Fleisch essen.
    Ich denke, es ist kurzsichtig, zu sagen: auf tierische Produkte verzichte ich und tue damit Gutes. Das Problem ist weitaus komplexer.

    Meine persönliche Lösung: ausgewogen, überlegt und regional konsumieren. Natürlich leben wir in keiner Idealwelt und Kompromisse sind nötig. Aber ich denke, es gibt keinen Weg, der der allerbeste und 100% moralischste ist.

    Soweit mal meine Gedanken…
    Alles Liebe. maria

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  7. Hallo Maria,

    nicht der Veganismus hat den natürlichen Bezug zur Erde gekappt. Die Produktpräsentation und der leicht gemachte Konsum haben das getan. Wer weiß denn heute noch, woher das Tiefkühlthekenprodukt (sei es Gemüse oder Fleisch oder Käse) herkommt, wie es angebaut / gehalten und wie geerntet / geschlachtet wird? Das auf den Veganismus zu schieben, ist zu einfach. Schieb es auf den blinden Konsum, das trifft es eher.

    Dein Zitat ergänze ich um Leo Tolstoi: „Solange es Schlachthäuser gibt, wird es Schlachtfelder geben.“

    Liebe Grüße,
    Maike

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