Agatha, Andrina, Viturin

Wer glaubt, Schäflein aufpäppeln sei niedlich und romantisch, darf mich gerne ablösen. Es liegt eine enorm anstrengende Woche hinter mir. Beobachtungen, Sorgen, Tipps von überall und Massnahmen. Bauliche, emotionale und vor allem praktische Massnahmen.

Stand der Dinge:

Das älteste Lamm, am Sonntag geboren, ist behindert. Es kann den Kopf nicht richtig hochhalten und krümmt sich ständig ein. Wir wollten schon den Tierarzt bestellen, da es ohne unsere Hilfe nicht fähig war, die Zitzen der Mutter zu erreichen, und ihm so ein qualvolles Verenden ersparen. Aber seine Mutter ist sehr fürsorglich, und die beiden haben ihre Strategie gefunden: Agatha trinkt, wenn ihre Mutter ruht und wiederkäut. Und heute hat Agatha tatsächlich die ersten ungelenken Bocksprünge geübt. Es scheint ihr gut zu gehen.

Am Dienstag hat Karamba ihre Zwillinge gekriegt. Zuerst ein stämmiges Aueli, und danach ein deutlich kleineres Böckchen. Die ersten Stunden sah alles gut aus, aber am Nachmittag hat sie den Kleinen nicht mehr an sich herangelassen und ihn jeweils grob mit ihrem Kopf zur Seite gerammt, dass er durch den halben Stall geflogen ist. Er hat es dann unermüdlich reihum bei allen Grazien versucht, aber auch dort hat es nur Hiebe abgesetzt. Und so haben wir den kleinen Kerl schliesslich abgesondert, bevor er ernsthaft Schaden genommen hat. Zwei Tage hat er im Haus gelebt und sich etwas erholt, mittlerweile ist er wieder bei den Schafen. Der Stall ist so angepasst worden, dass sich die Lämmer vor den Schafen zurückziehen können. Diverse Versuche haben nichts an der Situation geändert. Karamba kümmert sich rührend um Andrina, Viturin darf sich ihr jedoch nicht nähern.

Dass Viturin momentan alle vier Stunden die Flasche kriegt, sind fast bereits schon paradiesische Zustände nach dem Zweistundenrhythmus der ersten Tage. Nö, niedlich und romantisch ist es nicht, aber ganz wunderbar ist der Duft des Lämmchens. Milch, Schaf, Stroh, Weichheit, Wärme. Besser kann man das nicht beschreiben. Doch, vielleicht so: Ganz ähnlich wie Babyköpfchen. Ihr wisst, was ich meine? Alles ganz zart. Phantastisch.

1 Kommentar zu „Agatha, Andrina, Viturin“

  1. puh, das klingt alles ziemlich wild. und nach ganz vielem was mamasein ausmacht, nur alles zeitlich zusammengezogen, fläschchengeben, gemobbte kinder beschützen, konfliktlösungsstrategien entwickeln … ach, du. klasse, wie du das alles machst.

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