Glühen

Immer wieder bin ich fasziniert, wenn ich eingeführt werde in Bereiche, von welchen ich bis anhin keine Ahnung hatte. Ich bin ein extrem neugieriger Mensch, und wenn mir jemand mit Herzblut, Liebe zum Detail, viel Wissen und einer Prise Präsentationsgeschick sein Métier, eine Kunstausstellung, ein Hobby oder sonst irgendetwas nahebringen will, lasse ich mich sehr gerne begeistern. Ich hänge einer belesenen Historikerin genauso gespannt an den Lippen wie einem passionierten Wachtelzüchter. Mein Staunen pflege ich, es ist mir lieb und unendlich wichtig.

Und so verwundert es nicht, dass mich dieser Abend sehr inspiriert hat: Ein Getränkehändler und ein Diplom-Bier-Sommelier führten in unserem Stall eine Bierdegustation durch. Im kleinen Rahmen hatten wir die Gelegenheit, achtzehn äusserst unterschiedliche und überraschende Biere zu acht auserwählten Käsespezialitäten und etwas Schokolade zu degustieren.

Es war ein phantastisches Erlebnis, einmal mehr hat sich mir eine neue Welt aufgetan. Nase, Zunge, Gaumen und Kehle wurden herausgefordert und überrascht, viel Wissenswertes und Unterhaltsames hat mich zum Staunen, Schmunzeln und Weiterdenken gebracht. Der Abend war lang und schön.

Und wer jetzt denkt, dass es doch verwerflich sei, gut zu essen und zu trinken, wenn anderen das Nötigste fehlt: Ja. Und nein. Die Sinne zu schärfen, auch im übertragenen Sinn natürlich, ist und bleibt wichtig. Und echte, direkte Begegnung mit Neuem, mit anderem Denken, mit fremden Menschen (die am Schluss als Freunde gehen) ist nie verwerflich. Das ist Friedensarbeit.

7 Kommentare zu „Glühen“

  1. bier, käse, schokolade, interessante menschen, gute gespräche –
    und dann in solchem ambiente! das klingt einfach genau richtig.
    (und selber bin ich in diesen zeiten noch intensiver dabei, mir zu sagen,
    dass es ok ist, wenn ich nicht meinen liebsten pulli hergebe,
    weil andere seine wärme grade nötiger haben.
    sich selbst nicht aus den augen verlieren – ich glaube, das gehört auch zur friedensarbeit,
    sonst wird das innere kind irgendwann doch sauer und dann ist nichts mehr mit friedlich …)

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  2. Oh, das klingt toll!
    Leider mag ich Bier und Käse nicht sehr, aber ich denke allein die Atmosphäre und das gesellige Beieinandersein ist schon toll.
    Und was den Aspekt an die momentane Situation angeht – sicherlich soll man helfen. Sich selbst darüber vergessen und alles Schöne in Frage stellen darf man aber meiner Meinung nach nicht.
    Und dann sticht mir doch tatsächlich noch das IronMaiden-Bier ins Auge – hach!

    Liebe Grüße,
    Linda

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  3. In Anbetracht, dass es immer, immer Schreckliches auf dieser Welt gibt und geben wird, wäre es verwerflich, das Leben, wenn es gerade möglich ist, nicht zu geniessen und zu feiern. In diesem Wissen liegt es. Und es wäre niemandem geholfen.
    Sie schreiben und bebildern wunderschön, das wollte ich sagen.
    Herzlich, Martina (bloglose, sonst stille Leserin)

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  4. hou, und ich hab noch an dich und regu gedacht, weil wir ne kurzfristige abmeldung und dadurch noch platz hatten. und dann dachte ich, das sei zu penetrant, schliesslich habt ihr ja den newsletter gekriegt… nächstes jahr dann, gell!

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