Das Messer

Seit Weihnachten ist der Frischling ein Messerträger. Uns gefällt das schlichte Modell mit nur einer Klinge, welche sich mit einem Sicherheits-Drehring fixieren lässt. Das ist gut verständlich für ein detail- und routineverliebtes Kind (Drehring öffnen, Klinge aufklappen, Drehring schliessen. Kontrollieren. Dann Drehring öffnen, Klinge einklappen, Drehring schliessen. Kontrollieren. Und so weiter, und so fort). Mit seinen noch nicht einmal vier Jahren kann man ihn für zu jung halten, mit einem solchen Werkzeug umzugehen. Kann man. Wir nicht.

Wichtig ist es, dass Kinder und Erwachsene die neun Schnitzregeln kennen und anwenden. Der Junge kennt sie, trotzdem darf er aber nicht ohne unser Beisein schnitzen, und das wird wahrscheinlich auch noch ziemlich lange so bleiben. Auch in der Waldspielgruppe durfte er es nur geschlossen herzeigen, obwohl es dort ältere Kinder gibt, die bereits selbständig schnitzen. Dass seine dortige Bezugsperson ihm dann mit seinem eigenen Messer einen Drachen aus dem Zvieri-Würstchen geschnitten hat, war sein grosses Nachmittags-Highlight.

Hier sind sie also, die neun Schnitzregeln (dass es neun sind, als fehlte bereits der eine Finger für den „runden Zehner“, finde ich sehr lustig):

1. Wer schnitzt, die sitzt.
2. Ich schnitze vom Körper weg.
3. Wer schnitzt, braucht eine Armlänge Abstand.
4. Schnitze nur mit scharfer Klinge.
5. Immer nur ein Werkzeug auf einmal aufklappen.
6. Wer sein Messer nicht braucht, packt es ein.
7. Ich gebe mein Taschenmesser nur geschlossen weiter.
8. Wir ritzen keine lebende Bäume.
9. Das Taschenmesser ist keine Waffe.

Dies und anderes Wissenswertes rund ums Schnitzen findet sich auf der Website von Schnitzpapst Felix Immler. Hier lang. Den Comic mit den Schnitzregeln gibts hier.

Und wie haltet ihr es mit Messern, Scheren, Bohrmaschinen und anderem Werkzeug für eure Kinder?

(Jajaja, Bild 3 entspricht nicht Regel 3. War aber richtig und wichtig so beim ersten Schnitzversuch.)

3 Kommentare zu „Das Messer“

  1. Ich hätte auch schon fast gemeckert wegen des Bilds ;). Danke für die Regeln, ich überlege schon länger, ein Schnitzmesser für den vierjährigen Sohn zu kaufen, aber kann selbst nicht schnitzen, daher noch Bedenken… Ansonsten darf unser Sohn mit seinem Kindermesser in der Küche arbeiten und unter Aufsicht auch mit schärferen Messern. Mit der Bastelschere durfte er so ab zwei Jahren hantieren, da haben wir den Umgang beim Tragen (Faust um die geschlossene Schere) gleich geklärt. Elektrische Geräte wie Akkubohrer und Co sind noch prinzipiell verboten, aber bei allem anderen finde ich den Lern- und Erfolgseffekt so groß, dass ich Verbote für übertrieben halte (gerade auch ein passender Post bei mir zu Handarbeiten mit Kindern). LG Linnea

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  2. ach wie angenehm zu lesen, mensch gibt Vierjährigem Schnitzmesser und Regeln. Kein oh Gott bloß fernhalten von allem….Unsre Flöhe haben auch früh geschnitten in der Küche (und mein Handwerkszeug ist immer frisch geschärft) und die ersten Taschenmesser gehabt – zum gelegentlichen ogottogott anderer Eltern. Mir gefällt sehr, wie Ihr / Du damit umgehst. Gelassen. Zutrauend. Nun hab ich einen 16jährigen Großen, der sein freiwilliges Jahr grad in einem Waldorfkindergarten macht und der auch (ohne groß nachzudenken) seinen Kleinen viel zutraut – was die Kinder mögen. Grins. Lieben Gruß, Eva

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