Gezeiten

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Es ist so viel und nichts geschehen in letzter Zeit. Eine eigenartige Mischung, welche das Bloggen hat in den Hintergrund treten lassen.

Die Schwangerschaft ist schön und komplikationslos. Dennoch habe ich latent das Gefühl, dem kleinsten Kind viel zu wenig Aufmerksamkeit schenken zu können. Bereits Halbzeit. Und ich bin noch kaum dazu gekommen, zu ihm hinzuhorchen. Zudem möchte ich noch einige Dinge in aller Ruhe besorgen resp. ganz im Sinne des Nestbaus Dies und Das umorganisieren, bevor in wenigen Monaten unsere Familie um ein neues Menschlein wachsen wird.

Grosse Geschehnisse in meinem digitalen Netzwerk liessen mich etwas verstummen. Nicht alles waren Tragödien, es waren auch Wunder dabei. Ob schlimm oder schön, ich konnte und kann mich zeitweise einfach nicht mehr aufraffen, über die Nichtigkeiten des Alltags zu schreiben. Dieser Kram will und muss gelebt werden. Aber verbloggt? Ich hoffe auf Milde, Grosszügigkeit und Nachlässigkeit diesbezüglich in meinem eigenen Denken und Fühlen. Familienblogs leben über weite Strecken von diesen Trivialitäten, da ist nichts Schlechtes dabei.

Viel zu oft habe ich in den letzten Wochen Blogs gelesen. Bin von der Produzentin zur Konsumentin geworden, nicht immer mit einem guten Gefühl. Manchmal geschah es aus reiner Erschöpfung. Hätte ich ein TV-Gerät, hätte ich wohl stundenlang gezappt. Das eine oder andere Spannende habe ich sicherlich gelesen, das ist unbestritten. Dennoch wäre schlafen oft die bessere Entscheidung gewesen. Eine digitale Konsumauszeit scheint sich anzubahnen. Paradoxerweise habe ich Instagram „entdeckt“ (obwohl ich es natürlich schon lange kenne). Ich bin sehr angetan von dieser schnellen, ästhetisch ansprechenden Möglichkeit des Bildaustauschs.

Und vor allem: Die Zeit, die Zeit! Es gibt so viel zu leben, zu lesen, zu stricken, zu diskutieren, zu denken, zu schlafen, zu kuscheln, zu organisieren,… In den letzten Wochen habe ich anderen Dingen als dem Schreiben den Vorrang gegeben. Manchmal ganz bewusst und von Herzen, manchmal widerwillig, einfach weil die Umstände es erforderten. Aber so oder so: Ich vertraue diesen Gezeiten meines Lebens mittlerweile.

*zum Bild: Genau zum Schwangerschaftszenit hat mir die liebe Bora ein Baby-Einstimmungs-Geschenk geschickt. Welche Freude! Ich bin hingerissen und gerührt ob so viel Aufmerksamkeit. Das darauf folgende Telefongespräch war mir zudem eine riesige Freude!

2 Kommentare zu „Gezeiten“

  1. Gezeiten – das ist genau das richtige Wort. Nach Deinem letzten Beitrag siehts mir zudem aus, als ob Du gerade überlegst, welchen Platz das Bloggen in Deinem Leben einnehmen soll, ob professionalisieren oder nicht und wenn ja, wie weit … da finde ich es ganz nachvollziehbar, dass Du Dich eine Weile eher umgeschaut und erst mal ein bisschen Abstand zu deinem eigenen Blog genommen hast. Und mal schaust, was die Flut so ranspült. Ich hoffe, Du hast ein bisschen nützliches Treibholz sammeln können!

    Liebe Grüße und eine tolle zweite Hälfte der Schwangerschaft!
    Maike

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    1. Liebe Maike, tatsächlich habe ich mir diese Gedanken schon vor längerer Zeit gemacht und sie für mich entschieden. Es waren diesmal „nur“ die Themenschwerpunkte des Bloggertreffens, welche diese Fragen noch einmal in den Raum gestellt haben. Für mich war es vielmehr ein wohltuendes Abwinken: „Jaja, mein Blog ist klein und werbetechnisch uninteressant. Aber das Ganze hier habe ich mir reiflich überlegt und ich bin nach wie vor zufrieden mit dieser freien Form.“ Dass die Bloggerei gerade wenig Platz hat in meinem Leben, hat vielmehr praktische Gründe: Viel zu tun, wenig Energie, Freude an anderem, ein abend- bis nachtaktives Eulenmädchen,… Sobald es mich in den Fingern juckt, bin ich aber wieder da, versprochen!

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