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Muttertier

Draussen liegt Schnee, aber auf dem Papier entstehen bereits Frühlingsträume. Ob dieses Jahr Auen und ihre Lämmer einziehen werden bei uns? Oder ob wir uns ein weiteres Jahr mit dem Halten von jungen Schafen begnügen, welche dann im Herbst geschlachtet werden? Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Ich erhoffe mir Klarheit durch den Besuch eines Schafhalterkurses, auf welchen ich mich sehr freue.

Meine Affinität zu Muttertieren gründet wohl in der Tatsache, dass ich selbst eines bin. Schon während der Schwangerschaft habe ich mir die Kühe, Schafe und Gämsen zum Vorbild genommen, welche konzentriert, geduldig und im Normalfall mit einer grossen Selbstverständlichkeit ihre Kälber, Lämmer und Kitze gebären. Mother Nature is beautiful!

Geschafft!

Da habe ich es doch tatsächlich geschafft, einen kleinen Pullover zu stricken! Mein erstes (einigermassen) gelungenes Strickprojekt! Andern scheinen ja die Strickwaren nur so von den Nadeln zu hüpfen, ich jedoch musste mir sogar das Vernähen der Fäden erklären lassen. Meine Helpline Nr.1 via youtube: elizza13, sie ist quasi mein Personaltrainer. Der Link führt direkt zur Anleitung.


Der Pullover ist ein kleines Irgendwas, zu kurz, mit viel zu langen Ärmeln und zu weitem Ausschnitt. Aber meine Freude ist grenzenlos, der Funke entzündet. Wie weiter? Ein zweiter, besser bemessener Pullover? Oder eine hübsche kleine Weste?

Ich bin mir noch nicht ganz klar darüber, ob ich dieses erste Resultat so stehen lasse, um mich immer wieder an seiner Unzulänglichkeit zu erheitern, oder ob ich eine Optimierung wagen soll, indem ich mutig versuche, am Kragen einen weiteren Rollsaum anzubringen.

Zeit und Ideen

Die ruhigen Tage zwischen den Jahren sind vorbei. Und es ist wie verhext, zusammen mit vielen Terminen sind tausend Ideen über mich herein- und in mich hineingeschwappt. Oder aus mir heraus, die scheinen sich ja irgendwo in mir drin verborgen zu haben. 
So muss ich jetzt nicht nur vieles tatsächlich erledigen, sondern studiere gleichzeitig noch an Dingen herum, welche ich vermutlich gar nie realisieren werde. Ob ich noch schöne Stoffreste für einen kleinen Dackelfreund (Danke, Renate!) irgendwo gehortet habe, was ich als nächstes stricken möchte (und in welcher Farbe? und mit welcher Wolle?), was ich mit den Granny Squares anstellen könnte und ob ich wohl wieder einmal ein Brot backen soll. Dass ich Lust habe, ein Bild zu malen, Fotoabzüge zu bestellen, den Schrank zu entrümpeln und das Büro so aufzuräumen und herzurichten, dass die Arbeit darin auch Freude macht. Und, und, und… Auf den Fensterbänken und neben dem Bett stapeln sich Bücher und vor den Fenstern ruht (noch! aber nicht mehr lange) der Garten. 
Zeit und Ideen verhalten sich bei mir umgekehrt proportional.
Pendenzenlisten haben sich nicht bewährt. Zu vieles wird einfach immer weitergeschoben und irgendwann sang- und klanglos gestrichen. Vielleicht ist allein schon die Erwähnung in diesem Blog eine Motivationsspritze, das eine oder andere anzugehen. Deshalb habe ich ihn ja auch ins Leben gerufen; um mir selbst Rechenschaft abzulegen. Denn: Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es. (Ein wahres Wort, obwohl mir der ungelenke, holprige Reim nicht gefällt). Ich werde mich melden, sobald ich etwas geschafft habe!
Ist das ein Neujahrsvorsatz? Wieviel möchte ich in welcher Zeit schaffen? Egal, solange ich etwas zu bloggen weiss, will ich zufrieden sein.

Schlaf gut, kleines Kind

Das kleine Kind schlief schon immer bestens, aber nur mit mir an seiner Seite. Und weil mir einige Momente für mich selbst nach unseren turbulenten, wunderbaren Tagen sehr fehlten, versuchte ich während der letzten Tagen sacht, das Abendritual ein bisschen umzustellen.
Als hätte das kleine Kind nur darauf gewartet, schläft es seither spätestens um 20 Uhr tief und fest in seinem eigenen, sicheren Bettchen. Manchmal schreckt es noch ein- oder zweimal hoch, lässt sich aber leicht in den Schlaf zurückführen. Was für ein Geschenk! So sitze ich jetzt in der wohltuenden nächtlichen Stille und finde nach einer gefühlten Ewigkeit (ja, neun Monate können sehr lange sein) endlich wieder die Zeit und Energie, einen Stift resp. eine Radiernadel zur Hand zu nehmen.
Meine Gedanken und mein Herz sind beim schlafenden Kind, und es entsteht dieses kleine Bildchen. 
Man benötigt: HP-Folie, auf welche ein schwarzes Blatt Papier kopiert wurde, Radiernadel, Vorlage, Leuchtpult. Vorlage unter die schwarze Folie schieben, beides aufs Leuchtpult legen und die hellen Stellen wegkratzen. Wer kein Leuchtpult hat, kann den hellen Compi-Monitor zweckentfremden. Einfach, günstig, hübsch.

Wer will guten Kuchen backen…

Ein friedlicher erster Tag des Jahres liegt hinter mir. Zeit für die Liebsten und für mich allein war genügend vorhanden, und es blieb sogar noch ein bisschen für Haushalt und bezahlte Arbeit übrig.

Die Grundzutaten sind von bester Qualität, damit sollte man einen prächtigen 2013-Kuchen gebacken kriegen! Jetzt nur immer schön sorgfältig weiterwerkeln. Mmmmmmh.

Unterwegs

Zum Jahresausklang habe ich mir selbst einen Ausflug geschenkt. Als ich daheim loszottelte, mit Kind auf dem Rücken und den beiden vierbeinigen Trabanten im Schlepptau, wusste ich aber selber noch nichts davon.
Das Abenteuer begann, als ich an einer Weggabelung ganz spontan anders als gewohnt abbog. Die Hunde reagierten erfreut und neugierig, mir selbst erging es genauso. Hinter jeder Wegbiegung offenbarten sich neue Ausblicke auf wunderschöne Hügelkämme, Waldränder und kleine Weiler. Ich musste besser aufpassen als sonst, da ich nicht wusste, wo sich Katzen verstecken, an welchen Waldrändern Rehe stehen könnten und zu welchen Höfen freilaufende Hunde gehören.
Meine Sinne waren entsprechend geschärft, und so zeigte sich mir dieser letzte Morgen des Jahres in seiner ganzen Pracht. Die Sonne vermochte zu wärmen, das Licht war freundlich. Bei jeder Abzweigung war eine neue Entscheidung zu treffen. Links? Rechts? Dann und wann ein kurzes Innehalten, um die wunderbare Aussicht zu geniessen. Aber keine lange Rast, denn der Weg war trotz allem nichts besonderes. Ein Weg wie alle anderen, spannend nur, weil ich ihn zum ersten Mal ging.
Meinen Alltag des neuen Jahres wünsche ich mir wie diese kleine Wanderung: mit der nötigen Gelassenheit und Achtsamkeit begangen, voller Neugier erlebt, unspektakulär und dennoch in höchstem Masse glücksbringend. Wie verheissungsvoll und tröstlich, dass es nur die Entscheidung an einer Weggabelung sein kann, welche aus einem Routinespaziergang ein erfüllendes Erlebnis werden lässt.