Blog

der letzte Gang

dsc_8153-b

dsc_8161-b

Triggerwarnung: Dieser Text beschreibt detailliert die Schlachtung von drei Schafen. 

 

Das Schlimmste sind die Tage davor. Dieses Countdown-Zählen. Etwas zu wissen, wovon sie keine Ahnung haben. Ich schäme mich. Fühle mich als Verräter.

Als der Tag da ist, gehts mir nicht gut. Aber ich verbiete mir Schwäche. Ihnen zuliebe. Ich funktioniere. Gehe Schritt für Schritt ruhig und zielgerichtet vor. Stelle morgens schon mal das mobile Gatterstück in den Stall, ich werde es mittags brauchen, um die drei Tiere eng stellen zu können. Dann darf nämlich keine Hektik durch ungewohnte Tätigkeiten aufkommen.

Als Saba dann dennoch misstrauisch reagiert, als ich, nach einer grosszügigen Handvoll Getreidefutter im Trog zur Ablenkung, den Zugang zur Weide versperre, und sie mich in Folge davon beinahe über den Haufen rennt, bricht mir der Schweiss aus. Bitte bitte bitte, jetzt kein Drama, kein Durchbrennen, kein Gatterüberspringen und ähnliches. Die Verlockung des Futters ist aber dann doch stärker. Ich kann die drei Schafe problemlos eng stellen, was sie ja grundsätzlich sehr mögen.

Ein Hoch auf unseren Freundeskreis! Weil wir keinen eigenen Tiertransporter besitzen und uns kein Schafhalter seinen Wagen ausleiht (zu Recht, unsere Tiere sind ja mit der hochansteckenden Moderhinke infiziert), fand sich die nahezu perfekte Lösung in Form eines Anhängers, welcher normalerweise für anfallendes Sägemehl einer Zimmerei benutzt wird. Der befreundete Zimmermann agiert zudem als Chauffeur und furchtloser Begleiter der Unternehmung.

Schon beim Verladen kommt uns seine Anwesenheit zugute. Zu zweit drei Schafe zu bewegen, und sind es auch nur einige Meter vom Stall zum Transporter, ist ungefähr so kompliziert wie die Geschichte mit dem Wolf, dem Schaf und dem Salatkopf auf der Fähre. Das haben wir beim Schafescheren mehr als einmal erlebt. Ein Schaf kann einfach nicht alleine sein. Unmöglich.

So betreten wir also zu dritt den Stall, der Zimmermann, der Gefährte und ich, während uns die drei Grazien, etwas misstrauisch, aber ganz ruhig, nicht aus den Augen lassen. Da sie schon eng stehen, muss nur einfach jeder von uns ein Schaf ruhig am Halsband fassen, und schon verlässt eine kleine, durchaus friedliche Prozession den Stall. Eine weitere Handvoll Getreide erleichtert den Einstieg in den Anhänger. Alles geht so rund und schnell von sich, dass wir es kaum glauben können.

Die nötigen Papiere sind eingesteckt, den Weg ins kleine Schlachthaus haben wir tags zuvor sicherheitshalber bereits einmal abgefahren. Der Gefährte kann es aber nicht lassen, mir während der Fahrt gut zuzureden. Er erklärt mir nochmals Dinge, die keiner Erklärung bedürfen. Seine gut gemeinten Worte kratzen empfindlich an meiner Selbstbeherrschung. Mir zittert wohl ein wenig das Kinn, und beinahe heule ich los. Barsch weise ich einen Gesprächsthemenwechsel an. Die Fahrt dauert rund 10 Minuten. Das kleine Schlachthaus liegt verlassen zwischen Feldern und Wald an einer Überlandstrasse. Dann und wann ein vorbeifahrendes Auto, ansonsten pure Idylle. Wir sind als Erste da und öffnen den Deckel des Anhängers einen schmalen Spalt breit. Die Schafe sind aufmerksam, aber neugierig. Von Angst oder gar Panik keine Spur. Saba stellt sich natürlich gleich auf die Hinterbeine und verschafft sich durch den Spalt einen kleinen Überblick. Unsere Wächterin und Beschützerin der kleinen Herde. Wer sonst. Wir warten im Spätsommerlicht, schwatzen über Nichtigkeiten.

Nach einigen Minuten trifft der Metzger ein. Er öffnet die grossen Schiebetüren des hohen, gekachelten Raumes, lässt einen Metallbalken von der Decke herunter, an welchen er drei grosse Metallhaken hängt. Jetzt trägt er eine grosse, weisse Plastikschürze und Gummistiefel, hantiert mit kleinerem Gerät, schleift Messer, spritzt den Boden mit einem Wasserschlauch gründlich ab. Seine Ruhe und Konzentration beruhigt mich. Jeder seiner Handgriffe sitzt. Da arbeitet ein Profi. Die letzte Nervosität und Unsicherheit, welche noch in mir herumgeflattert ist, verschwindet.

Auftritt Tierarzt. Lebendschau. Der Geländewagen mit vollbepacktem Kofferraum parkiert schwungvoll, der Tierarzt stellt sich auf die Radkappe des Anhängers und guckt ins Innere. Drei Schafe, lebendig, ok. Tierarzt ab.

„Jetzt könnt ihr sie bringen, nacheinander.“ Mehr Anweisung braucht es nicht. Ich schlüpfe in den Transporter. Saba steht zuvorderst. Ich reiche den Strick, der an ihrem Halsband befestigt ist, nach draussen, in die Hand des Gefährten. Er zieht ein bisschen, ich schiebe. Sie steigt problemlos aus, der Zimmermann spielt den Türwächter und verschliesst die Luke sofort wieder. Ich stehe im Dämmerlicht, die Hände an Sirahs und Karambas Halsbändern, während ich ihre Hälse mit jeweils einem Finger kraule.

Schon öffnet sich die Luke wieder, ich schiebe Sirah, die liebe, verschmuste, verfressene Sirah, etwas nach vorne. Der Gefährte übernimmt sie, und schon ist sie weg. Karambas Kopf halte ich nun in beiden Händen, ich kraule sie hinter ihren unsagbar schönen Ohren, beuge mich hinunter zu ihr, die mir lange Zeit die Liebste der Dreien war, und atme noch einmal den wunderbaren Geruch ihres Schafkopfes ein. Einige Flüsterworte. Dann wird es wieder hell, der Gefährte übernimmt Karamba, ich steige direkt hinter den beiden aus dem Transporter, blinzle ins Licht. Karamba braucht nur 3, vielleicht 4 Meter zu gehen, doch sie  zögert kurz. Vor ihr, auf dem Boden des Schlachthauses, liegen zwei grosse, braune Körper. Was weiss ich von Schafen, aber ich glaube nicht, dass sie versteht. Ich selbst verstehe es ja nicht einmal richtig in diesem Moment. Bereits übergibt sie der Gefährte dem Metzger. Schnell und ruhig setzt dieser den Schlachtschussapparat an. Und schon fällt sie.

Den drei Grazien werden Seile an jeweils einem Hinterlauf befestigt, diese wiederum an die vorbereiteten Haken gehängt, und dann wird der Balken hochgefahren. Es folgt der Kehlschnitt und die Tiere bluten aus. Wir entfernen die Halsbänder, und während der Gefährte sie unterm Wasserhahn sauber spült, trennt der Metzger den drei Tieren die Köpfe ab und beginnt anschliessend in friemeliger Arbeit, dem ersten Tier, beginnend am Hinterlauf, das Fell abzuziehen.

Wir verabschieden uns. Es ist keine halbe Stunde seit unserer Ankunft vergangen.

Ich bin alles: Aufgewühlt, beruhigt, erleichtert, dankbar, traurig, betroffen. Voller Gedanken und Gefühle und gleichzeitig furchtbar leer.

dsc_8198-b

(Für alle, welche hier noch nicht so lange mitlesen: Wir haben während beinahe zwei Jahren erfolglos versucht, die Moderhinke, eine äusserst schmerzhafte und ansteckende Klauenkrankheit, bei unseren Schafen auszumerzen. Weitere ungünstige Faktoren haben den Entschluss reifen lassen, uns von den Tieren zu trennen. Da verständlicherweise kein Schafhalter „Moderhinke-Schafe“ in seine Herde aufnehmen möchte und eine externe Moderhinke-Sanierung ungemein kompliziert und kostspielig gewesen wäre, entschieden wir uns schliesslich schweren Herzens und nach langem Hin und Her für die Schlachtung.)

 

Von den Bäumen und dem Wald

DSC_6012-b

Eigentlich ist doch alles ganz einfach. Da ist ein kleines Baby, ganz oder ziemlich frisch auf dieser Welt. Und da sind wir. Und egal ob Liebe oder biologisches Programm oder beides zusammen, wir wollen, dass es diesem Baby gut geht. Wir füttern es, wir halten es trocken und warm, wir unterhalten es, wir trösten es.

Doch schnell stellen sich Fragen und Unsicherheiten ein. Wir werden darauf hingewiesen, dass wir dies oder jenes, was uns einfach logisch erscheint, nicht machen dürften. Wir hören von Gefahren und Spätfolgen unseres Umgangs mit dem Baby. Wir müssen versuchen, einen Überblick zu gewinnen über den riesigen Markt an Baby-Dingen. Brauchen wir das? Welches Produkt ist besser, X oder Y? Manchmal verstehen wir unser Baby nicht. Und manchmal nicht einmal mehr uns selbst. Spricht hier mein Bauchgefühl, meine „gesunde“ Intuition oder höre ich „nur“ die Stimmen meiner Eltern, also meine eigene Erziehungs-Prägung? Ist das ein verinnerlichtes Muster oder tief verwurzeltes Urwissen?

Oft finden wir Antworten, wenn wir facebook, Mütterforen, verwirrenede Ratgeberliteratur und Ratschläge von Freunden und Bekannten hinter uns lassen und uns allein auf unser Kind einlassen. Wenn wir Verbundenheit spüren, aufmerksam sind und uns viel Zeit zum Beobachten, Nachdenken und Nachspüren nehmen können.

Aber manchmal bleiben Fragen. Bleiben Unsicherheiten. Dann brauchen wir Menschen, die uns genau zuhören. Die unsere Situation verstehen, nicht darüber urteilen, ob wir etwas so oder anders machen. Die uns liebevoll unterstützen und uns dort inspirieren, wo es uns weiterhilft, ohne uns von Neuem zu verwirren und von unserem Weg abzubringen.

Manchmal kann dein Partner dieser Anker sein, manchmal findest du in einer Freundin den Engel der Stunde. Manchmal sind es deine Hebamme oder eine Kinderärztin, welche dir genau die richtigen Infos geben können, welche du brauchst. Und manchmal sind es eine kleine Gruppe von Menschen, wie sie in einem offenen Artgerecht-Treffen zusammenkommen, welche neue Energie in Form von Kraft und Vertrauen in dich und dein Kind in dir freisetzen. Damit du vor lauter Bäumen den Wald wieder sehen kannst. (Oder vor lauter Gräsern das Kind dahinter, Siehe Bild) Denn ich bleibe dabei: Eigentlich ist doch alles ganz einfach.

Schon bald, nämlich am 10. September 2016, hast du die Gelegenheit, in Weinfelden an einem offenen Artgerecht-Treffen teilzunehmen. Hier gehts zu den genaueren Infos. Gerne darfst du den Anlass auch weiterempfehlen, es hat noch freie Plätze. Herzlichen Dank.

Raus aus meinem Bett!

DSC_6232-b2

Über die Pro und Kontra des Familienbetts gibt es auf einschlägigen Blogs viel zu lesen. Ich möchte deshalb nicht wiederholen, weshalb ich das Familienbett anderen Schlafarrangements bevorzuge, sondern nur auf einige lesenswerte Artikel verweisen:

Kathrin von nestling.org hat das Thema sehr ausführlich behandelt.
Bei Susanne von geborgen-wachsen.de finden sich ebenfalls fundierte Tipps, zudem gibt es wunderbare Inspirationen für kreative Schlaflösungen.

Wir kamen ungeplant zum Familienbett. Zwar stand nach Geburt des ersten Kindes noch ein Beistellbettchen neben unserem Bett, aber Stillen und Kuscheln verlangt nach Nähe, und so diente es eigentlich immer nur als luxuriöse Buchablage. Wie bei so vielen Familien hat es sich einfach ergeben, dass das Kind ganz selbstverständlich bei uns schlief und schläft. Dass sich dies Familienbett nennt, erfuhr ich erst viel später.

ein bisschen Statistik

Übrigens lassen viele Kinder ihren Eltern auch gar keine Wahl. Largo erwähnt in seinem Buch „Babyjahre“, dass rund 10-15% der Drei- bis Vierjährigen jede Nacht im Elternbett schläft und weitere beinahe 40% der Kinder dieser Altersgruppe noch mindestens einmal pro Woche am Morgen bei den Eltern aufwachen. Die Kinder sind auf nächtliche Nähe „programmiert“. Und das ist auch gut so, schliesslich war das über Jahrtausende ein wertvoller Garant fürs Überleben.

DSC_1011-b

Familienbett – und dann?

Tatsächlich habe ich auch keine Sorge, dass ich mein Kind verwöhnen oder seine Abhängigkeit verstärken würde, im Gegenteil. Dennoch verstehe ich Eltern, welche dem Familienbett skeptisch gegenüberstehen, weil sie befürchten, damit später Probleme zu kriegen, welche von vornherein vermeidbar wären. Ein süsses Baby im Arm hat ja was, mit ein oder zwei oder drei Kleinkindern das Bett zu teilen, ist dann aber doch was anderes. Wie geht es denn weiter nach dem Familienbett?
Erstaunlicherweise findet sich zum „Umzug ins Kinderzimmer“ wenig Konkretes im Netz. Deshalb stelle ich heute unser Schlafarrangement vor. Es gibt viele Wege nach Rom und zu einem guten Schlaf, unsere Variante ist nur eine von unzähligen Möglichkeiten. Aber vielleicht ist sie genau die richtige Idee für dich. Oder sie bringt dich auf eine eigene, für dich noch passendere Idee.

DSC_3031

Schlafsituation im Krähenhorst

Denn wir haben in unserem Schlafsetting zwei Komponenten, welche für uns von grossem Wert sind, die mir aber in meinem Umfeld sonst noch nirgends begegnet sind:

Schlafzimmer und Spielzimmer getrennt

Unsere beiden Kinder haben nicht zwei eigene Zimmer, sondern es gibt bei uns ein „Kinder-Schlafzimmer“ und ein „Spiel- und Arbeitszimmer“. Diese Aufteilung ist vor allem deshalb entstanden, weil ich es für ein Kleinkind einfacher finde, abends in den „Ruhemodus“ zu kommen, wenn es nicht alle seine – gerade hochaktuellen – Spielverlockungen im Blickfeld hat. So können wir auch das Spielzimmer-Chaos problemlos über Tage „aufrecht erhalten“, ohne uns abends daran zu stören. Die Idee ist, dass später dort auch gebastelt und gewerkelt wird und auch Projekte der Erwachsenen (Nähmaschine etc.) sich ausbreiten dürfen. Miteinander spielen und arbeiten und Chaos verbreiten, perfekt!

Zum Schlafen finden die Kinder dennoch jederzeit eine ruhige, aufgeräumte, gemütliche Atmospähre im anderen Zimmer.

ein zweites Familienbett

Viel wichtiger ist jedoch die zweite Besonderheit: Auch im Kinderzimmer steht ein weiteres „Familienbett“: Unsere alte 140x200m-Matratze liegt auf schlichtesten Lattenrosten und zwecks Stabilität einzig von zusammengeschraubten Dachlatten „umrahmt“ auf dem Boden. Kinderbetten sucht man vergebens. Das Bett liegt schon immer dort und wurde lange Zeit nur zum Spielen und Toben verwendet, nachts blieb es meist leer. Als die Zaunkönigin mittags noch schlief, wollte sie sich aber bevorzugt zusammen mit mir dorthin legen, keine Ahnung wieso.

Ich finde es äusserst entspannend, dass ich mich überall bequem dazulegen kann, um die Kinder in den Schlaf zu begleiten. Das „eigene“ Bett ist für die Kinder dadurch tatsächlich dem „Elternbett“ gleichwertig. Wenn die Kinder im „Elternbett“ einschlafen und wir Grossen uns nicht dazulegen wollen, müssen wir nicht schlafende Kinder durch die Wohnung tragen, sondern können genauso komfortabel im „Kinderbett“ schlafen. (Hier macht auch wieder die Trennung von Spiel- und Schlafzimmer Sinn, ich habe nämlich tatsächlich ästhetische Ansprüche an meine Schlafumgebung und möchte nicht zwischen Legohelikoptern und Plastikdinos pennen.) Auch kann man durch ein „Floorbed“ gefährliche Stürze aus dem Bett verhindern, was bei kleinen Kindern durchaus ein nicht zu unterschätzendes Argument ist.

Wenn der Gefährte abends zuhause ist, begleite ich meist die Zaunkönigin in dem einen Bett stillend in den Schlaf, während sich der Gefährte und der Frischling vor dem Einschlafen im andern Bett noch Räubergeschichten erzählen. Wenn wir Erwachsenen dann später zu Bett gehen, tragen wir meistens, aber nicht immer, eines der Kinder zum anderen. So schläft die Zaunkönigin eigentlich nie alleine, der Frischling bisweilen schon, wenn ich sie gleich bei mir liegen lasse.

Wenn ich mit den Kindern alleine bin, liegen wir drei gemeinsam in einem Bett (manchmal im einen, manchmal im andern). Entweder schlafe ich dann gerade mit den Kindern ein und der Gefährte kann sich spät nachts, ohne uns aufzuwecken, im andern Bett ausbreiten. Oder ich stehe nochmals auf und hab dann, wenn ich zu Bett gehe, dieses so lange für mich allein, bis der Gefährte nach Hause kommt. Es gibt natürlich noch andere Kombinationen. Tatsächlich liegen spätestens am Morgen nicht selten alle wieder im gleichen Bett, was wir alle aber total geniessen. Unsere Kinder sind bei uns ausdrücklich willkommen, nicht nur geduldet. Es ist aber auch schon vorgekommen, dass sich der Frischling nachts brummelnd über die Hitze und Enge beschwert und sich, ohne eine Antwort abzuwarten, alleine getrollt hat ins andere, leere Bett. Damals war er wohl ungefähr drei Jahre alt (von wegen, die bringt man nie mehr raus…).

Das Kinderbett könnt ihr also getrost von der langen Erstausstattungsliste streichen. (Wie das meiste andere übrigens auch, aber das ist wieder ein anderes Thema.)

Bed-Sharing bei Kleinkindern

Es ist für mich stimmig, dass die Kinder nicht getrennt in Kinderbetten liegen. Ich bin überzeugt, dass sie im Schlaf spüren, dass sie nicht alleine sind. Klar, manchmal kommen sie sich in die Quere, meist liegen sie aber friedlich nebeneinander. Studien weisen übrigens darauf hin, dass Kinder, welche gemeinsam im selben Bett schlafen, auch tagsüber weniger miteinander streiten und allgemein die bessere Geschwisterbeziehung aufbauen.

DSC_7885-b

Sicherheit

Aber egal, wie und wo ihr schläft, beachtet bitte immer die nötigen Sicherheitsaspekte (ihr findet sie beispielsweise ebenfalls in den Artikeln von Kathrin und Susanne, auf welche ich im ersten Abschnitt verlinkt habe). Im Familienbett, aber natürlich auch überall sonst! Das ist übrigens ein Punkt, der mich immer etwas stört, wenn es um Sicherheit im Familienbett geht. Es wird impliziert, dass man vieles beachten müsse, um Kinder sicher zu sich ins Bett nehmen zu dürfen. Dabei gelten die meisten Punkte natürlich auch für alle „Alleineschläfer“. Eigentlich noch viel mehr, da man dort eine kritische Situation, in welche das Baby nachts kommen könnte (z.B. gefährlich lange Atemaussetzer, Überhitzung oder Unterkühlung, Fieber bekommen, von einem Kissen oder Tier zugedeckt werden,…), sicherlich nicht bemerken würde, da man nicht bei ihm ist. Beachtet, egal ob im Familienbett oder anderswo, unbedingt die Empfehlungen und überprüft eure individuelle Schlafumgebung kritisch. Es versteht sich auch von selbst, dass man einen wehrlosen Säugling nicht zu einer wild strampelnden Vierjährigen ins Bett legt. Ihr kennt Euch und Eure Kinder, findet eine sichere Lösung für alle.

DSC_7332-b

Fazit

Guter Schlaf, gerade für Eltern und Kinder, hat einen unschätzbaren Wert. Es geht nicht um die Art des Einschlafens, um die Häufigkeit des Aufwachens oder die Wahl der Schlafplätze, auch wenn uns das oft suggeriert wird. Es ist alles ok, wenn wir morgens glücklich und ausgeruht aufwachen.

Es ist wichtig, dass alle Menschen einer Familie gut und gerne schlafen können. Ob im Familienbett oder auf verschiedene Matratzen oder gar Zimmer verteilt: Findet eure eigene Lösung. Aber getraut euch, auch unkonventionelle Ideen auszuprobieren. Die 08-15-Variante ist nicht immer die beste. Probiert aus und entdeckt schöne neue Möglichkeiten. Damit die Nächte und damit auch Schlaf, Dunkelheit und Ruhe für alle ein beliebter „Programmpunkt“ voller Erholung und Geborgenheit im Tagesablauf sein können.

Und bleibt offen. Bedürfnisse verändern sich immer wieder. Was heute stimmt, passt vielleicht schon morgen nicht mehr. Nur etwas nehmt nicht hin: Dass ein oder mehrere Menschen eurer Familie nachts unglücklich sind. Das darf einfach nicht sein.

DSC_6415-b

zu den Bildern

Gerne hätte ich euch die allerliebsten Fotos meiner Kinder gezeigt, wie sie nachts aneinander gekuschelt schlafen. Aber für mich übertrifft kaum etwas die Intimität schlafender Menschen, deshalb ist das Netz leider nicht der richtige Platz dafür.

Einen netten Ersatz habe ich dennoch gefunden. Kontaktliegen schätzen all unsere Tiere ebenfalls ganz besonders. Generell aber gilt: Kinder und Tiere zusammen bitte nicht beieinander liegen lassen! Das letzte Bild zeigt übrigens den Gefährten, wie er mit Bandscheibe darniederlag und die Tiere seine Hilflosigkeit gnadenlos ausnutzten und das Bett (und improvisierte Büro!) enterten. Tz tz tz…

12 von 12 (August 2016)

IMG_7252

Gestern waren wir abends bei Freunden und kamen erst sehr spät ins Bett. War deshalb der Schlaf unruhig und wenig erholsam? Etwas zerknittert geniessen alle das Porridge zum Frühstück.

IMG_7253

Anschliessend wird ein bisschen gemalt, und es braucht einiges an Enthusiasmus von meiner Seite, die Kinder für die Hunderunde zu motivieren.

IMG_7256

Schlapp wie ich bin, schätze ich heute den Kinderwagen, welchen die Zaunkönigin gnädig gewählt hat. Das ist nicht immer der Fall, sie möchte jetzt oft zu Fuss mitkommen. Das ist schön, aber oft auch ziemlich mühsam. Der Frischling fungiert als Kutscher und lässt sich einen grossen Teil der Strecke ebenfalls schieben.

IMG_7259

Freitags verbringen die Kinder den Mittag bei meiner Schwiegermutter. Der Gefährte und ich essen jedoch zusammen. Er hat aber bereits wieder Termine. Und so geniesse ich meinen Tee ganz alleine. Eine ungewohnte Situation.

IMG_7261

Den Nachmittag verbringe ich mit den üblichen anfallenden Tätigkeiten im Haushalt.

IMG_7269

Bei Versorgen der Hühner beobachte ich zufrieden die Küken. Hennen und Hähne lassen sich jetzt deutlich unterscheiden. 2:2 (Auf dem Bild Hahn-Henne-Hahn). Das ist ideal für uns, können wir so unsere Gruppe mit Hennen aufstocken und erst noch zwischen zwei Hähnen wählen (grosse Aggressivität beispielsweise ist für uns ein Ausschlusskriterium).

IMG_7277

Im Schafstall herrscht das übliche Gerangel ums Futter. In wenigen Tagen werden unsere drei Grazien geschlachtet. Ich schwanke zwischen Tagen, wo ich tief in ihr wunderbares Fell greife und ihren Duft einatme, wohl wissend, dass ich lange Zeit nicht mehr mit Schafen zusammenleben werde. Und solchen, wo ich sie möglichst emotionslos versorge, richtiggehend abfertige, und so bereits eine Barriere aufbaue zwischen ihnen und mir und mich dadurch auf den Abschied vorbereite.

IMG_7260

Auch dem Spielzimmer widme ich heute etwas Zeit. Wir räumen nicht täglich auf, Eisenbahninstallationen und anderes darf wachsen und sich verändern. Dennoch, ab und zu ist es auch für die Kinder wohltuend, wieder viele freie Flächen mit neuen Spielideen besetzen zu können.

IMG_7281

Ich gönne mir eine kurze Pause im Garten. Die Hängematte will schliesslich ausgekostet werden, vor allem jetzt, an meinem letzten offiziellen Sommerferientag.

IMG_7283

Die Suche nach einem einst ausgeliehenen Teil, welches ich endlich zurückgeben sollte, führt mich in die Tiefen meiner Schränke und dazu, wenigstens den einen oder anderen Stapel zu ordnen und zu sortieren. Ein schöner Nebeneffekt, den Grund der Sucherei finde ich jedoch nicht.

IMG_7282

Pünktlich zum Nachtessen trudelt die Familie ein. Der Gefährte muss zwar gleich wieder weiter zur nächsten beruflichen Verpflichtung, aber die Kinder und ich geniessen den feinen Zopf, welcher von einem lieben Clanmitglied überraschend vorbeigebracht wurde.

IMG_7284

Im Badezimmer finden nebst Zähneputzen, akrobatischem Toiletten-Erklimmen und kompliziertem, langwierigem Pyjama-Auswählen auch noch intensive Wasserschlachten zwischen Mensch und Urzeitechse statt.

 

Mehr 12 von 12 gibts wie immer hier.

 

noch da

DSC_8006-b

Erst als der erlösende Anruf eintrifft, spüre ich die von mir abfallende Anspannung. Der Hund hat sich einer kleinen Operation unterziehen müssen. Der Eingriff selbst war harmlos und unkompliziert, erfolgte aber unter Vollnarkose. Davor hatte ich Respekt, steht doch Herr Hund mit seinen gut zwölf Jahren an der Schwelle zum Greisenalter.

Aber wie gesagt, alles ist gut gegangen. Ich bin froh und hoffe auf ein möglichst beschwerdefreies und glückliches Weiteraltern.

Lüsler, du bist stur und faul und deine Haare machen mich fertig. Aber es ist schön, dass du bei uns bist. Trotz allen Macken bist du ein feiner Freund.

*Ein sehr typisches Bild: Hund an Tischkante, den Blick gebannt aufs irdische Paradies gerichtet.

ein perfekter Spielplatz

DSC_7616-b

„Und wir spielten und spielten und spielten, so daß es das reine Wunder ist, daß wir uns nicht totgespielt haben.“ (Astrid Lindgren)

DSC_7526-b

1 Das Piratenschiff gerät in Sturm, wird beinahe von einem Blauwal gerammt und ankert schliesslich vor einer Schatzinsel.

2 Das Wasserspiel erfrischt, ermöglicht Mutproben und zahlreiche Experimente.

3 Städte werden gebaut und zerstört, Kuchen gebacken und Saurierspuren studiert.

4 Der Frischling fliegt seinen Gleitschirm durch atemberaubende Wolkengebilde.

5 Expeditionen ins Tierreich finden statt.

6 Eine Wolfsfalle wird gegraben.

7 Die Zaunkönigin ernährt sich von der Hand in den Mund.

8 Die Zwergenwohnung wird mit einer neuen Radioantenne ausgestattet.

9 Beim gemeinsamen Singen und Kuscheln schöpfen alle neue Kraft für weitere Abenteuer.

DSC_7664-b

Na, ein bisschen neidisch geworden?

Für diesen Spass wird benötigt:
-eine Hängematte (1+4+9)
-ein Wasseranschluss mit Gartenschlauch und Brause, zudem einige Emaille- und Plastikbecken, Tassen und Schälchen (2+3)
-ein kleiner Sandkasten (3)
-ein bisschen Platz und Natur (Blätter, Erde, Stöckern,…) (2+5+6+8)
-ein Johannisbeer- und ein Himbeerstrauch (7)

DSC_7592-b

Rutschen und Trampolins, Pools und Klettertürme, das alles ist gut und recht. Nötig ist es aber nicht. Ein bisschen Gelassenheit und Grosszügigkeit (naja, so ne ausgehobene Grube im Rasen als Wolfsfalle will mit Fassung getragen werden) genügt, um Kinder sehr glücklich zu machen. Es ist mir klar, dass auch die genannten Dinge nicht überall realisierbar sind. Aber ich möchte ermutigen zur Einfachheit. In materieller Hinsicht brauchen Kinder meist viel weniger, als uns oft weisgemacht wird.

Und wie verbringt ihr diese schönen Sommertage?

über den Horizont

DSC_7337-b

DSC_7389-b

DSC_7291-b

DSC_7429-b

DSC_7433-b

Weil der Morgen so schön war, dass ich dazu gar nichts sagen mag, beantworte ich hier jetzt einfach gerne die Fragen von Michaela.

1. Du hast in deinem Garten genau einen einzigen Platz für einen Baum. Welchen suchst du dir aus? Ein Holunderbaum dürfte nicht fehlen. Sein tiefer Symbolgehalt fasziniert und berührt mich, zugleich wäre er mir Blüten- und Beerenspender für zahlreiche Köstlichkeiten. Notabene, hier steht ja tatsächlich einer. Eigenhändig gepflanzt.

2. Der Titel deiner Autobiographie könnte lauten…? Aller Farben schwarzer Faden

3. Es ist einer dieser fiesen Tage, an denen nix hinhaut – wie kannst du dich selbst aufheitern? Aus Erfahrung kann ich sagen: Schlichte Spaziergänge durch Feld und Wald helfen immer.

4. Umgekehrt (Aufheiterung für andere): ein Lieblingswitz vielleicht? Mein Lieblingswitz, der leider nur auf Schweizerdeutsch funktioniert (in Erinnerung an David):

Was haben ein Casino und eine Pizza gemeinsam?
: Im Casino häts Automate und uf de Pizza häts au Tomate.
(…hats auch Tomaten.)

Umgekehrt lässt er sich auch erzählen, ich kann mich nicht entscheiden, welche Variante besser ist:

Was haben eine Pizza und ein Casino gemeinsam?
: Uf de Pizza häts Tomate und im Casino häts Automate.

5. Du darfst dich in der Kiste der Superkräfte bedienen – welche wählst du? Weil ich es so grandios fand, zitiere ich hier, selbst ganz ideenlos, Patricia Cammarata, welche diese Frage mal (im Podcast „der Weisheit“) beantwortet hat mit: „aus den Ohren bluten können, wenn jemand furchtbar dummes Zeug erzählt.“ DAS würde mir auch gefallen.

6. Eines der schönsten Liebeslieder ever ist…? Die schönsten Liebeslieder sind wohl jene, welche die melancholischen, traurigen Facetten des Liebeskummers besingen. Für mich jedenfalls. Mit einer Ausnahme:

Vom relativ unbekannten Schweizer Volkslied „Mis Büeli geit über Sapünersteg“ gibt es eine wunderschöne melancholische Version nur mit Frauenstimme und Akkordeon (keine Ahnung von wem). Gänsehaut pur. Leider habe ich sie im Netz nirgendwo gefunden. Alles andere (interpretiert von Chören, Liedermachern etc.) gefällt mir nicht. Deshalb kein Link. Leider.

Lying to you, von Keaton Henson

Lass uns ein Wunder sein, von Ton Steine Scherben

Patent Ochsner darf hier keinesfalls fehlen:
Scharlachrot
Wysses Papier
Niemer im Nüt
Novämber
Grossbrand
Ach, wie oft hab’ ich geheult zu diesen PO-Liedern und meine Liebeskummerwunden geleckt… Bin ich froh, bin ich nicht mehr zwanzigjährig…

7. Woran hast du gemerkt, dass du verliebt bist? Rückblickend: Daran, dass ich den Menschen gezeichnet habe. Damals waren Herz und Hand schneller als der Verstand.

8. Stell dir vor: Du stehst vor einem allwissenden Orakel. Welche Frage stellst du? „Wo bitte ist hier der Lichtschalter?“ Oder so.

9. Gibt es etwas, das dir heilig ist? Wenn ja, was? Die Freiheit zu denken. Die Freiheit zu glauben. Die Freiheit zu lieben.

10. Was ist stärker: Liebeskummer oder Liebe? Ist nicht Liebeskummer eine der grössten Triebfedern für die Kunst (Siehe Punkt 6)? Dennoch tendiere ich zur Liebe. Ihre stille, demütige Kraft, die sich im Alltag immer wieder bewähren muss und ungeahnte Transformationen ermöglicht und erfordert, beinhaltet soviel mehr Entwicklungspotenzial als die lodernde Dramatik des Liebeskummers. Ja, je länger ich darüber nachdenke: unbedingt: die Liebe.

Danke liebe Michaela für die vielen schönen und starken Erinnerungen, welche ich beim Schreiben geniessen durfte.

Frau Krähe macht auf Phönix

pixabay

Die einen Leserinnen und Leser freuen sich, die anderen sind irritiert. Bei allen möchte ich mich für das Durcheinander entschuldigen.

Die Sache ist die: Ich habe einige Jahre frischfröhlich und ziemlich ziellos als „Frau Krähe“ gebloggt (bei Blogger). Mit meinem Artgerecht-Engagement (Siehe Reiter oben rechts auf dieser Website) wollte ich jedoch einen sauberen Neuanfang machen. „Mein Clan“ wurde geboren (diesmal bei WordPress). Schnell merkte ich jedoch, dass mich das Format nicht glücklich machte. Mein persönliches Schreiben wurde gehemmt, ständig war ich mir nicht sicher, ob beispielsweise eine Berichterstattung aus dem Hühnerstall, ein Gedanke über Dies oder Jenes jetzt Platz hätte in diesem neuen, „professionelleren“ Blog. Und ich merkte je länger je mehr, dass ich über diese kleinen Dinge schreiben wollte. Über meinen Alltag, über meine Erlebnisse. Auch wenn sie nicht direkt etwas mit dem Artgerecht-Projekt zu tun hatten.

Ich vermisste meine vertraute und liebgewonnene „Internet-Identität“, und den Kommentaren zu schliessen, wohl einige meiner Leserinnen auch. So importierte ich irgendwann den ganzen „Frau-Krähe“-Blog hinüber zu „Mein Clan“. Und da das hier jetzt faktisch wieder Frau Krähe ist (neu bei WordPress und deshalb in etwas neuem Gewand), heisst diese Website/dieser Blog jetzt auch wieder Frau Krähe. Eigentlich alles ganz einfach.

Entfernt also bitte „Mein Clan“ aus eurer Lesezeichenliste oder eurem Blogroll und vor allem aus euren Gedanken. Aber kommt doch mit zu Frau Krähe. Begleitet mich. Inspiriert mich. Überrascht mich. Ich bin gespannt auf alles Kommende.

Natürlich freue ich mich auch sonst immer sehr über jeden Kommentar. Doch heute gilt es ganz besonders: Bitte zögert nicht! Das ganze Gewurstel und diese Entscheidereien lassen mich etwas konfus zurück. Euch hier zu wissen (gerade die „alten“ Krähenfreundinnen, gerne aber auch die herzlich willkommenen NeuleserInnen), wäre mir eine grosse Beruhigung und Freude.

Bild von Pixabay. Danke.

Elfenzeug und Luciferin

DSC_7228-b

Zig Anläufe habe ich gemacht für diesen Post über den Hochzeitsflug der Glühwürmchen. Elend gescheitert bin ich. Wenn ich vom Zauber schrieb, vom Gefunkel der tausenden kleinen Sterne auf und über dem Waldboden, welche mich an Szenen aus Fantasyfilmen erinnerte, driftete alles in kitschige Süsse ab. Lothlorien, Drescher, Kreidolf,… meine liebe Freundin D. würde den Kopf schütteln. Wenn ich näher bei den biologischen Tatsachen blieb, der rührenden Suche der fliegenden Insektenmännchen nach den wartenden Weibchen, fehlte hingegen das Staunen und die Verzauberung, welche ich vor zwei Wochen beim Einnachten auf dem Waldfriedhof (insofern besonders, als dass das Leuchten der Glühwürmchen laut Wikipedia oft als Symbol für die Unsterblichkeit der Seelen verwendet wird) in Schaffhausen erleben durfte.

Es war wunder- wunderschön. Einer dieser Momente in einem Leben, welche man sich ganz fest im Herzen und im Gedächtnis einschliesst und nie mehr vergessen wird. Wo sich alle Fragen und Sorgen und Pläne in Luft auflösen und nur noch der Augenblick zählt.

Hier gibts ein Filmchen davon zu sehen.

Ganz unverhofft kam ich zu diesem Glück. Eine Bekannte rief mich an, ob ich mitkommen möge, in zwei Stunden (notabene um 21 Uhr) müssten wir los. Ich, unspontan wie ich manchmal bin, war versucht abzulehnen. Tat es nicht und erlebte dieses grossartige, berührende Naturschauspiel.

Beim Nachhausefahren dann erzählten wir uns in einer Selbstverständlichkeit persönlichste Dinge aus unseren Leben, was mich rückblickend fast genauso berührt wie die Glühwürmchen selbst. Unaufgeregt, zugewandt und sehr vertrauensvoll. Ich kann es mir nicht anders erklären, als dass wir durch das stille Spazieren durch das flimmernde, glitzernde Dunkel ein bisschen verzaubert wurden. In den Stunden danach an die Schönheit und Demut glaubten, unsere eigenen Probleme nicht mehr ganz so schwer nahmen und sie zuversichtlich ein bisschen „leuchten“ liessen, statt sie verschämt zu verstecken. Wir hatten uns so viel zu erzählen, dass wir nach der Fahrt noch eine Bar aufsuchen mussten, um unsere Geschichten wenigstens halbwegs zu Ende erzählen zu können.

Und so ist innerhalb weniger Stunden aus einer Bekannten eine Freundin geworden. Ich sags euch: Elfenzauber. Biologie hin oder her.

Hier noch ein etwas ausführlicheres Filmchen (schweizerdeutsch).

12 von 12 (Juli 2016)

IMG_7053Natürlich weiss ich, dass man die 12 von 12 am 12. des jeweiligen Monats festhält. Ich habs vergessen. Deshalb einfach heute. Dafür beginnts bereits spektakulär: Diese Nacht bin ich noch einmal Tante geworden. Juhui! Herzlich Willkommen auf dieser wunderbaren Welt, kleiner L.! Ich freue mich schon sehr, dich bald kennenzulernen.IMG_7037Während der Gefährte am Vormittag zusammen mit den Kindern und dem Hund nach draussen geht und Mittagessen kocht, hole ich mir im Wollladen endlich wieder einmal einige Knäuel Garn für ein hübsches kleines Ferienprojekt. Die Qual der Wahl…IMG_7039Ich geniesse die Fahrt mit mir allein zu boesner. Kennt ihr den Fachmarkt für Künstlerbedarf? Ich besorge dort ein Geschenk, und natürlich kann ich auch diesmal bei den schönen Papieren, den tollen Heften und den praktischen Stiften nicht widerstehen. IMG_7056Kaum wieder zuhause, werden die Neuzugänge getestet und für gut befunden.IMG_7045Nach dem Mittagessen gehts nach draussen. Weil die Küken immer wieder durch die weiten Maschen des Zauns schlüpfen und am Waldrand herumirren, bringe ich ein weiteres Drahtnetz an. Schliesslich möchte ich nicht jetzt noch die Küken aus Unachtsamkeit verlieren. IMG_7043Während die Kinder im neuen Sandkasten spielen (doch doch, auch bei uns ist es kalt, aber der Frischling hasst Sand in den Stiefeln…),…IMG_7049…lege ich die Füsse hoch, habe ein Ohr bei den Kindern und meine Augen im dichten Grün. Urlaubsreisen werden überbewertet. Definitiv.IMG_7055Am Nachmittag bereitet der Frischling fast ohne Hilfe Bananenmilch zu: Bananen, Kokosraspel, Reismilch und Milch mixen. Gerecht (!) in Gläser verteilen. Strohalme dazugeben. Geniessen. Die Zaunkönigin verlustiert sich derweil mit dem heimlichen Anbeissen zahlreicher Äpfel.IMG_7058Die Maschenprobe weckt die Vorfreude vollends.IMG_7070Nach dem Nachtessen gibt es für den Frischling noch eine Runde Memory, während die Zaunkönigin ein bisschen puzzlet.
IMG_7051Nachdem die Kinder schlafen (was im Moment leider immer erst um rund 21:00 der Fall ist), beschäftige ich mich noch ein bisschen mit einer Drucksache, für deren Gestaltung ich verantwortlich bin.IMG_7059Danach bastle ich an einem Flyer herum. Und schliesslich schreibe ich diesen Post.

Das war er also, mein 12 von 12er am 13.. Und wie war euer Tag?

Mehr 12 von 12 gibts hier.