Rasenmäher

Alles begann mit einem Hochzeitsgeschenk: „Ihr habt ja so viel Land, da sind zwei Schafe das Richtige für Euch. Und keine Angst, die machen ü-b-e-r-h-a-u-p-t  k-e-i-n-e Arbeit.“ Das dies nicht stimmte, war mir sofort klar. Tiere bedeuten immer Arbeit. Sofern man ihrem Wesen gerecht werden will.
Es folgten Recherche-Stunden im Internet (BVET, Agate, ProSpecieRara etc.), der Bau eines Unterstandes, die Anschaffung einiger Utensilien, Kauf von Heu und Stroh, und und und… Die Schafe frassen derweil munter Gras, büxten dann und wann aus, wurden zutraulich und irgendwann angriffslustig, bis wir die beiden nach mehr als einem Jahr schliesslich schweren Herzens schlachteten. 
Die beiden jungen Böcke, welche anschliessend bei uns einzogen (wieder ein Hochzeitsgeschenk, welches wegen zuvorgekommenem ersten Paar zurückgestellt worden war), wurden bereits etwas routinierter behandelt. Eindeutig als Masttiere deklariert, wurden auch sie wenige Monate später, als das Gras knapp wurde, geschlachtet.
Wie weiter? Momentan liegt alles unter einer dicken Schneedecke, aber schon bald wird wieder Gras in Hülle und Fülle wachsen auf unserem Land. Junge Masttiere besorgen und im Herbst schlachten? Eine Herde von weiblichen Tieren aufbauen, diese jeweils im Herbst decken lassen und dann im darauffolgenden Jahr nur die überzähligen (v.a. männlichen) Lämmer schlachten? Welche Rasse? Welche Art der Beweidung? Gras mähen oder Heu zukaufen? Wie stehts mit einem Schafbock? 
Fragen über Fragen. Und deshalb besuchten mein Gefährte und ich heute einen Schafhalterkurs. Was habe ich alles gelernt! Weidearten verglichen, Klauen geschnitten, Parasiten bestimmt, Ohrmarken und Entwurmungsmittel studiert und vieles mehr. 
Ich bin voll von diesen Eindrücken und würde mich am liebsten schon morgen auf die Suche nach „meinen“ Tieren machen. Wie gerne hätte ich bald wieder solch friedlichen Geschöpfe hier, welche mit ihrer heiteren Gelassenheit und ihrem sozialen Wesen den Hof „ganz und rund“ machen. Die Schafe sind wie das Feuer, sie erden mich. Man kann nicht Heuraufe und Wassertränke füllen, ein bisschen mit den Tieren plaudern und ihre Interaktionen beobachten, ohne dass Ärger und Stress von einem abfallen.

Gleichzeitig sehe ich einen riesigen Berg Arbeit vor mir. Der Stall ist bei weitem noch nicht optimal eingerichtet, das Problem der Heugewinnung ist noch immer nicht geklärt und Zeit ist im Moment sowieso Mangelware in meinem Leben.

Die Kraft des Frühlings wirds richten, wird einiges in Bewegung bringen und dadurch Entscheidungen wachsen und gedeihen lassen. Bald.

Muttertier

Draussen liegt Schnee, aber auf dem Papier entstehen bereits Frühlingsträume. Ob dieses Jahr Auen und ihre Lämmer einziehen werden bei uns? Oder ob wir uns ein weiteres Jahr mit dem Halten von jungen Schafen begnügen, welche dann im Herbst geschlachtet werden? Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Ich erhoffe mir Klarheit durch den Besuch eines Schafhalterkurses, auf welchen ich mich sehr freue.

Meine Affinität zu Muttertieren gründet wohl in der Tatsache, dass ich selbst eines bin. Schon während der Schwangerschaft habe ich mir die Kühe, Schafe und Gämsen zum Vorbild genommen, welche konzentriert, geduldig und im Normalfall mit einer grossen Selbstverständlichkeit ihre Kälber, Lämmer und Kitze gebären. Mother Nature is beautiful!