zu fünft

Das kleinste Krähenkind ist gut gelandet in unserer Familie. Trotz drittem Kind fühle ich mich aber nicht als „alter Hase“, was mein Muttersein anbelangt. Natürlich, ich bin gelassener geworden, vieles läuft routinierter ab. Dennoch ist der kleine Junge, man merkt es schon jetzt, noch einmal ein ganz unvergleichlich anderes Kind als seine Geschwister. Mit eigenen Vorlieben, eigenen Rhythmen, einer eigenen Temperaments- und Gefühlslage. Und all das gilt es kennenzulernen. Neugierig und vorurteilsfrei ohne ständigen „Vergleichsblick“ zu den älteren Geschwistern.

Bereits ist das Kind drei Wochen alt, und die frühe Wochenbettzeit ist damit definitiv abgeschlossen. Die grösste Herausforderung sind aber weder das kleinste Kind noch meine eigene Regeneration, sondern die grossen Geschwisterkinder. Gewiss spielt das Neusortieren des Familiengefüges eine Rolle, das ist ganz normal und braucht Zeit. Aber auch die einfache Tatsache, dass hier jetzt drei unterschiedlich alte Kinder leben (5 Jahre/knapp 3 Jahre/3 Wochen), welche keine Einrichtungen besuchen und sich weitgehendst alle ständig hier aufhalten, erweist sich als happige Aufgabe. Alle drei haben unterschiedliche Bedürfnisse. Da will gekuschelt und gekämpft, gebastelt, geschnippelt und erzählt werden. Es gilt Hunger zu stillen und in den Schlaf zu singen. Da wird gestritten und geweint, gebaut und zerstört. Wir halten uns im Haus auf und werkeln draussen herum, kriegen Besuch und werden eingeladen. Kurz: Es ist immer was los.

Ich bin reich beschenkt und fühle mich sehr gesegnet, habe eine unsägliche Freude an meinen wilden, lauten, grandiosen Kindern. Aber ich erkenne, dass ich in den kleinen Zeitfenstern, welche mir das kleinste Kind zwischen Still-, Trage- und Pflegepausen lässt, für die beiden Grossen zu Verfügung stehen möchte. Oder mir selbst und dem Gefährten Aufmerksamkeit schenken will. Oder auch dem Haushalt. Tatsächlich.

Das Blogschreiben wird deshalb ganz bewusst gestrichen für die nächste Zeit. Denn nichts stresst mehr als die leise Stimme im Hinterkopf, welche ständig von liegengebliebenen Aufgaben flüstert, während man eh schon nicht mehr weiss wohin mit sich.

Aber natürlich gilt nach wie vor: Instagram geht immer.

Habt es fein. Bis bald. Ich komme wieder, keine Frage!

Lieber Freund

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Tausend Dinge habe ich erlebt mit Dir. Dinge, wie sie jeder Mensch kennt, der Zeit mit einem Vizsla teilen darf. Was haben wir zusammen Spass gehabt, wie oft habe ich dir beim Rennen und Toben zugeschaut. Hunderte Stunden hast Du bei mir gelegen, während ich gearbeitet, gelesen, Musik gehört, telefoniert und auch die ein und andere grössere Lektion des Lebens verwunden habe. Deine Ideen und einzigartigen Vorlieben liessen uns immer wieder lachen, lächeln und staunen. Du hast mich bisweilen aber auch fast in den Wahnsinn getrieben und mich manche Träne gekostet. Deine Charakterkombination aus Tatendrang plus Hyperempfindlichkeit, ergänzt mit einer kräftigen Portion Sturheit, stellte mich vor manch schwierige Aufgabe. Aber Du würdest wahrscheinlich dasselbe von mir sagen. Vor allem aber warst Du da. Immer. Oder zumindest nie weit weg. Kaum eine Nacht verbrachtest Du oder ich ohne den anderen auswärts. Du wurdest ein so selbstverständlicher Teil meines Lebens, dass ich gar nicht erahnen konnte, wo Du mir überall fehlen würdest.

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Neben dem besonderen Alltagsglück, mit Dir zusammenzuleben, habe ich es geliebt, Dich zum Sanitätshund auszubilden und natürlich gleichzeitig auch selbst in diese Aufgabe hineinzuwachsen. Das Schönste daran war wohl das hundertprozentige Aufeinanderfokussiertsein, wenn wir unsere Trainings absolvierten. Ich vergass anstehende Gespräche, unangenehme Termine, offene Fragen. Da warst dann nur noch Du; Deine Augen, Deine Mimik, Deine Körperspannung. Ich gab alles für Dich und die Welt musste warten. Und Du hieltest es genauso. Dieser synchronisierte Tunnelblick war pures Glück. Er war schwierig, für beide von uns. Aber wenn er gelang; WOW! Du erweitertest meine Sinne, ich spürte das Wild, als läge seine Witterung in meiner statt Deiner Nase, ahnte die Topografie des Waldes durch Deine Bewegungen, erkannte die Anwesenheit von Menschen im Wald durch Deine Richtungswechsel und Tempi. Dank Dir konnte ich über meine eigene begrenzte Wahrnehmung hinauswachsen und Dinge erleben, zu welchen ich alleine niemals fähig gewesen wäre.

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Eng damit verknüpft ist eine Lektion, welche Du mich gelehrt hast: Anfangs verstand ich Dich oft nicht richtig. Ich schalt Dich beispielsweise manchmal, wenn Du vermeintlich willkürlich belltest, um kurz darauf den Grund Deines Ärgers oder Deiner Irritation zu entdecken. Bald wusste ich es: Dein Verhalten hat immer einen Grund. Nur bin ich manchmal nicht fähig, Dich zu verstehen. Ich lernte, Dir zu vertrauen. Wenn Du Verunsicherung, Ärger, Freude und andere Emotionen zeigtest, so konnte ich immer etwas lernen, was meiner eigenen Aufmerksamkeit entgangen war. Äussere Gegebenheiten, aber auch Bewegungen in meinem Innern, auf welche Du ebenso zuverlässig und seismographisch reagiertest. Auch da waren mir die Stunden im Wald und auf dem Hundeplatz ein gutes Übungsfeld: Wenn etwas nicht klappte, gab es keinen Grund, wütend zu werden oder frustriert zu sein. Wir hatten einfach noch nicht begriffen, was wir voneinander erwarteten und mussten noch ein bisschen weiter versuchen, uns einander verständlich zu machen, noch ein bisschen klarer werden in unserer Sprache.

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Diese Einsicht verinnerlichte ich in den beinahe 13 Jahren mit Dir beständig. Und immer wieder und immer mehr konnte ich erfahren, wie diese Haltung auch meinen Umgang mit Menschen veränderte. Hinter jedem Verhalten jedes Gegenübers liegt eine Vorgeschichte, ein Bedürfnis, eine Prägung, welche meist wenig bis nichts mit mir zu tun hat. Das entschuldigt nicht alles, hilft aber enorm, um vor allem in Konfliktsituationen grosszügig zu bleiben. Und genauso wie ich mit Dir an meiner Kommunikationsfähigkeit feilte, konnte ich je länger je besser auch im Umgang mit Menschen auf mein erweitertes Repertoire zurückgreifen. Offensichtlich wurde dieser Lernprozess, als ich, rund in der Mitte unserer gemeinsamen Zeit, Mutter wurde. Dank Dir fiel es mir wahnsinnig leicht, die Äusserungen dieser nonverbalen, aber körperlich sehr eindeutig kommunizierenden kleinen Wesen zu verstehen und ihrer Sicht auf die Welt vertrauensvoll Glauben zu schenken. Dies kam uns allen enorm zugute, wofür ich Dir wahnsinnig dankbar bin.

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Liebster Lüsler*, Du warst mir ein enger Vertrauter und ein treuer Freund. Vor allem aber warst Du der grösste Lehrmeister meines Lebens. Ich vermisse Dich unendlich.

11*Natürlich trug der Hund auch noch einen ganz schönen, hochoffiziellen Namen. Lüsler, Lusi, Lüs, Lisi, Schluri und Gisbert waren ihm aber ebenso ein Begriff.

Altes Jahr

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Jetzt ist es alt und verbraucht, das 2016. Es fühlt sich an wie ein abgetragener Mantel, eine kaltgewordene Mahlzeit, ein liegengebliebenes Spielzeug.

Ich halte Rückschau. Würdige das Geschehene. Bedanke mich für schöne Momente und auch für die weniger schönen, welche mich haben reifen lassen. Und lasse los.

Das 2017 heisse ich gerne willkommen. Möge es ein mutiges, lichtes Jahr werden. Ein Jahr voller Liebe, voller Gelassenheit und voller Tatkraft. Für mich. Und für Euch alle da draussen.

Gezeiten

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Es ist so viel und nichts geschehen in letzter Zeit. Eine eigenartige Mischung, welche das Bloggen hat in den Hintergrund treten lassen.

Die Schwangerschaft ist schön und komplikationslos. Dennoch habe ich latent das Gefühl, dem kleinsten Kind viel zu wenig Aufmerksamkeit schenken zu können. Bereits Halbzeit. Und ich bin noch kaum dazu gekommen, zu ihm hinzuhorchen. Zudem möchte ich noch einige Dinge in aller Ruhe besorgen resp. ganz im Sinne des Nestbaus Dies und Das umorganisieren, bevor in wenigen Monaten unsere Familie um ein neues Menschlein wachsen wird.

Grosse Geschehnisse in meinem digitalen Netzwerk liessen mich etwas verstummen. Nicht alles waren Tragödien, es waren auch Wunder dabei. Ob schlimm oder schön, ich konnte und kann mich zeitweise einfach nicht mehr aufraffen, über die Nichtigkeiten des Alltags zu schreiben. Dieser Kram will und muss gelebt werden. Aber verbloggt? Ich hoffe auf Milde, Grosszügigkeit und Nachlässigkeit diesbezüglich in meinem eigenen Denken und Fühlen. Familienblogs leben über weite Strecken von diesen Trivialitäten, da ist nichts Schlechtes dabei.

Viel zu oft habe ich in den letzten Wochen Blogs gelesen. Bin von der Produzentin zur Konsumentin geworden, nicht immer mit einem guten Gefühl. Manchmal geschah es aus reiner Erschöpfung. Hätte ich ein TV-Gerät, hätte ich wohl stundenlang gezappt. Das eine oder andere Spannende habe ich sicherlich gelesen, das ist unbestritten. Dennoch wäre schlafen oft die bessere Entscheidung gewesen. Eine digitale Konsumauszeit scheint sich anzubahnen. Paradoxerweise habe ich Instagram „entdeckt“ (obwohl ich es natürlich schon lange kenne). Ich bin sehr angetan von dieser schnellen, ästhetisch ansprechenden Möglichkeit des Bildaustauschs.

Und vor allem: Die Zeit, die Zeit! Es gibt so viel zu leben, zu lesen, zu stricken, zu diskutieren, zu denken, zu schlafen, zu kuscheln, zu organisieren,… In den letzten Wochen habe ich anderen Dingen als dem Schreiben den Vorrang gegeben. Manchmal ganz bewusst und von Herzen, manchmal widerwillig, einfach weil die Umstände es erforderten. Aber so oder so: Ich vertraue diesen Gezeiten meines Lebens mittlerweile.

*zum Bild: Genau zum Schwangerschaftszenit hat mir die liebe Bora ein Baby-Einstimmungs-Geschenk geschickt. Welche Freude! Ich bin hingerissen und gerührt ob so viel Aufmerksamkeit. Das darauf folgende Telefongespräch war mir zudem eine riesige Freude!

Sichtbarkeit, Authentizität und Kooperationen

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Zwei Tage nach dem Bloggertreffen hat sich das Gehörte gesetzt. Einiges hat Auswirkungen auf mich, resp. meinen Blog, anders kann ich getrost an mir vorbeiziehen lassen. Tatsächlich treffen mich diverse Aussagen an der Swiss Blog Family empfindlich.

So kümmere ich mich offensichtlich zu wenig um den technischen Kram, den die Bloggerei mit sich bringt. Natürlich ist es nicht optimal, dass ich nicht täglich einen Post veröffentliche. Aber das lässt mein Leben nicht zu und diesem Druck möchte ich mich selbst gar nicht aussetzen. Natürlich könnte ich mehr Überschriften, knackige Schlagworte und andere clevere Strategien anwenden, um den Suchmaschinen zu gefallen. Aber das finde ich ätzend. Ich will schreiben, wie ich schreiben möchte. Nicht so, wie ein Algorithmus mir aufzwingen will.

Gleichzeitig ist es einfach dumm, wenn ich meine Sichtbarkeit durch mangelnde ICT-Kenntnisse selbst sabotiere. Diese Anregungen beispielsweise nehme ich mir deshalb sehr zu Herzen. Ich werde mich bei nächster Gelegenheit in diese Themen einarbeiten. Ohne am Blog selbst etwas zu ändern und dennoch von Interessierten besser gefunden zu werden, macht schliesslich nur Sinn. Auch „das Tanzen auf verschiedenen Hochzeiten“ leuchtet mir ein. Solange es nicht zur lästigen Pflicht verkommt. Dass sich Frau Krähe auch auf facebook und instagram findet, ist schon mal ein netter Anfang, der aber noch keinesfalls optimal umgesetzt ist. Dennoch bläht sich bereits da ein grosses Fragezeichen in meinem Kopf auf: Weshalb das alles? Wofür?

Wenn ein Blog Sichtbarkeit haben und als Folge davon gross werden will, dann doch deshalb, um für Kooperationspartner interessant zu werden. Denn diese bedeuten, dass die eigene Bloggerei vom extrem zeitintensiven Hobby zur bescheidenen oder gar veritablen Einnahmequelle werden kann. Dagegen habe ich grundsätzlich gar nichts einzuwenden. Geld zu verdienen ist nun mal wichtig, und wenn dies durch das Bloggen realisiert werden kann und man dafür vielleicht sogar auf den ein oder anderen ungeliebten Job verzichten oder ihn zumindest reduzieren kann, so kann auch mir das nur recht sein. Theoretisch. Oder gibt es noch andere Gründe, welche für Sichtbarkeit und Wachstum sprechen?

Aber definitiv beginnt sich etwas in mir zu winden, wenn die beiden freundlichen Frauen einer Marketingabteilung und einer PR-Agentur an der Swiss Blog Familiy von den Bloggern als „Influencern“ sprechen, wenn begeistert erzählt wird, wie man gemeinsam „authentische“ Geschichten entwickelt, welche zu der jeweiligen Familie passen und nicht versucht werde, die Familien zu etwas zu überreden, was ihnen nicht entspreche. „Beide Seiten sind schliesslich an authentischen Geschichten interessiert. Weil das auch bei den Lesern ankomme. Und letztlich den Erfolg der Strategie garantiere.“ (Frei von mir paraphrasiert.)

Ich erinnere mich an das amerikanische Experiment, in welchem eine „Familie“ (alles Schauspieler) ihren Nachbarn Produkte empfohlen hat. Der Effekt war gigantisch, Empfehlungsmarketing, wozu eben auch die Kooperationen mit Blogs gehören, funktioniert einfach sehr gut. Die Nachbarn glaubten sogar noch an die Produkte, als man sie darüber aufklärte, dass es sich bei der „Familie“ um eine komplett künstliche und konstruierte Marketingstrategie gehandelt hatte. Sie konnten diesen Menschen, die sie zu kennen glaubten, ihr Vertrauen einfach nicht absprechen. (Funktioniert ja übrigens auch beim Product Placement in Filmen und Serien.) Der Hebel bei den Blogs ist genau der selbe: Zuerst wird Vertrauen geschaffen, man „lernt sich kennen“. Dann wird das Produkt eingeführt und empfohlen. „Unter Freunden“. Zieht immer. Sogar wenn der Beitrag deutlich als Werbung gekennzeichnet ist. Willkommen in der Trueman Show.

Da noch von Authentizität zu sprechen, finde ich arg grenzwertig. Natürlich geht es nicht, dass Frau Krähe für Fleisch aus Massentierhaltung oder Ferber-Schlaftraining wirbt. Dass dies nicht authentisch wäre, muss ja nicht diskutiert werden. Aber will wirklich jemand, dass ich eine Story entwickle, in welcher ich ein (durchaus phantastisches) Produkt in meinen Alltag einbaue (welches ich vielleicht tatsächlich sowieso schon überzeugt seit Jahren benutze) und dies dann verblogge? Klar, ich kann das klar und deutlich als Werbung kennzeichnen, und ich finde es auch nicht einmal verwerflich, dafür Geld zu kriegen. Schliesslich gebe ich ja was dafür. Arbeitszeit und meinen Namen. Aber will wirklich irgend jemand da draussen von Frau Krähe Werbung präsentiert bekommen? Ich bezweifle das stark. Einmal vielleicht sehr gerne. Zweimal auch. Aber zehnmal? Zwanzigmal? Echt jetzt?

Wenn ich also aus Überzeugung auf Kooperationen verzichte und deshalb aus monetären Gründen auch nicht gross werden will mit meinem Blog, wieso sollte ich dann für mehr Sichtbarkeit sorgen? Frau Krähe startete als Web-Log, wie diese ursprünglich mal gedacht waren: Als eine Art freies Tagebuch über das eigene Tun und Lassen, als eigene Plattform, um mit Texten und Bildern zu spielen. So ist es heute noch.  Frau Krähe hat in den letzten vier Jahren an einem kleinen, feinen Netz mitgesponnen, hoch hinauf in den Norden Deutschlands, rüber nach Österreich, ins Südtirol, nach Frankreich und auch zu umliegenden Dörfern meiner Region. Es sind Freundschaften entstanden, welche ich nicht mehr missen möchte und die mein Leben sehr bereichern. In meiner kleinen Blogecke muss ich keine Kompromisse eingehen, keine Auflagen erfüllen, keine Statistiken halten oder verbessern. Wieso sollte ich mehr wollen? Was sollte ich wollen? Natürlich gibt es heute Blogs, welche anders ausgerichtet sind. Professionell. Monetär. Das ist ok. Nur befürchte ich, dass sich viele Bloggerinnen, v.a. „Jungbloggerinnen“ nicht klar sind, was es wirklich heisst, einen finanziell erfolgreichen Blog zu realisieren. Das ist harte Arbeit. Und gerade im Sektor der Familienblogs mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden.

So ist mir anhaltend leicht unwohl während diesem ansonsten durchaus netten Bloggertreffen in Basel. Die Euphorie, wie da von und über Kooperationen gesprochen wird, dazu die (durchaus mit schönen und hochwertigen Produkten bestückten) „Goodie-Bags“ und die den Anlass flankierenden Stände einiger (tatsächlich bewährter) Marken… Alles eigentlich sehr sympathisch. Aber leider eben nur eigentlich.

Die Fragezeichen in diesem Post sind keineswegs rhetorisch gesetzt. Wer mir Anregungen und Ideen hat, Hinweise, die ich bis anhin nicht bedacht habe, Möglichkeiten, welche mein Radar nicht erfasst hat, der oder die möge mir doch bitte einen Kommentar da lassen. Oder mir persönlich eine Mail schicken.

Es ist ok, ein bisschen planlos in die Bloggerei hinein zu stolpern. Ignorant und unbelehrbar zu sein, ist hingegen nur dumm.

An dieser Stelle möchte ich mich ausdrücklich für die Durchführung des Anlasses bei den beiden Organisatorinnen Sévérine und Katharina bedanken. Das Treffen war perfekt organisiert und ich habe sehr schöne Kontakte mit interessanten Menschen erleben dürfen. Herzlichen Dank!

*einige Gedanken zum Bild:
Schwarmintelligenz oder Schwarmdummheit?
Wer wird gesehen, wer geht in der Masse unter und weshalb?
Muss man sich Sichtbarkeit verschaffen oder kommt die von selbst?
Und letztlich immer wieder: Wer bin ich?

dringend vs. wichtig

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Wenn es ruhig wird auf einem Blog, heisst dies ja meist, dass das Leben der Schreibenden gerade umso turbulenter verläuft. So auch hier. Macht Euch keine Sorgen, es ist alles gut. Es sind vor allem innere Vorgänge, welche meine Aufmerksamkeit benötigen und das Schreiben in den Hintergrund treten lässt.

Das Dringende ist nicht immer das Wichtige. Irgendwo in den Weiten des www habe ich diesen Satz aufgefangen. Es ging da wohl um Zeitmanagement, produktives Arbeiten und so. Dass man einen ganzen Tag lang Bürokram erledigen kann, alles furchtbar dringend, eine Mail nach der andern, Telefongespräche, Sitzungen, aber sich keine Zeit nimmt, das grosse Ganze zu sehen, an der Grundstrategie zu arbeiten („kann ich ja auch morgen noch“, „pressiert ja nicht“). Und ich habe mir vorgenommen, dass ich ab sofort verstärkt darauf achten will. Manchmal sind dringende Dinge ja tatsächlich auch wichtig. Aber manchmal sind sie aber eben nur dringend und sollten nicht zuviel Macht über mich bekommen. Umgekehrt ist es noch frappanter: Dinge, Handlungen, Momente, welche ich als essentiell wichtig für mein Leben erachte, können oft gut warten. Und werden so allzu oft von einem Tag auf den nächsten geschoben. Schwupp macht es, und Stunden, Tage, Wochen, Jahre sind um, ohne dass man sich um Wichtiges gekümmert hätte, obwohl man ständig betriebsam rotiert hatte. Eine beängstigende Vorstellung.

Einige Beispiele gefällig?

Die Liebe ist geduldig. Sie ist wohl die offensichtlichste Wichtigkeit, welche sich nie vordrängelt und so tatsächlich vor lauter Alltag vergessen werden kann. Der Gefährte und ich können gut „nebeneinander“. Durch das Aufteilen der Erwerbsarbeit und der Familienzeit mit Kindern und Haushalt geben wir uns oft die Klinke in die Hand. Keinesfalls möchte ich eines fernen Tages aufwachen und spüren, dass wir uns „auseinander gelebt haben“, weil wir diese grosse, wunderbare Wichtigkeit nicht genügend gepflegt haben.

Ich will intensive Tage mit meinen Kindern verbringen, Anteil an ihrem Leben nehmen und ihnen täglich „Highlights“ bescheren (Mit Highlights meine ich übrigens ganz kleine Dinge wie eine unerwartete Kitzel-Kuschel-Runde, eine hervorgezauberte Zvieri-Überraschung, eine besonders ambitioniert erfundene Gutenachtgeschichte usw.). Dennoch ertappe ich mich oft dabei, dass meine Zuhause-Tage mehr meiner zurechtgelegten Pendenzenliste folgen (über weite Strecken der ganze Kram, welcher als „Haushalt“ bezeichnet wird) als dem grandiosen Lebensgefühl meiner Kinder, und meine Motivation im Umgang mit ihnen darin liegt, sie „auf der Spur“ zu halten, damit ich möglichst problemlos alles erledigen kann. Was für ein Fehler!

Neujahrsvorsätze sind übrigens die Klassiker der ewig verschobenen Wichtigkeiten. In den Tagen zwischen den Jahren nehmen wir uns Zeit, über unser Leben nachzudenken und erkennen oft sehr klar, was uns gut tut und wichtig für uns ist. Aber dann kommt der Alltag, und…

Viele Wichtigkeiten sind sehr unspektakulär: Es ist mir beispielsweise wichtig, Zeit alleine mit mir zu verbringen, trotz Kinderchaos dem alten Hund ungeteilte Momente der Aufmerksamkeit schenken zu können, raus in die Natur zu gehen, mir ganz bewusst und ohne Hektik Zeit für eine Tasse Tee, das Anfeuern des Ofens oder das Lesen einiger Buchseiten zu nehmen. Im meinem Haushalt ist gerade ausmisten (noch) wichtiger als putzen und aufräumen. Alles kleine, aber wichtige Tätigkeiten, die allzu oft von den lauten, dringenden Dingen zurückgedrängt werden.

Ich habe mir deshalb eine kleine Erinnerungshilfe gebastelt. Wenn Du dich in meinen Worten wiederfindest und Dir das Blatt gefällt (es gibt sogar zwei Varianten), darfst Du es Dir gerne herunterladen und ausdrucken. Besonders nett sieht es auf etwas festerem, leicht gekörnten Papier aus. Mit Klebeband unprätentiös irgendwo gut sichtbar aufgehängt oder vielleicht sogar schick gerahmt, kann es Dich in den nächsten Tagen und Wochen ebenfalls daran erinnern, Deinen ganz individuellen Wichtigkeiten genügend Raum zuzugestehen.

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Haushalt, gesellschaftliche Verpflichtungen und anderes (ja, auch Blogs!), dürfen schon mal ein bisschen warten lernen.

Habt es fein.

Nebel lichtet sich

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Eigentlich weiss ich es ja: Es gibt nichts Besseres, als mit Kindern das Haus zu verlassen und in die Natur zu gehen. Keine Streitereien, keine Langeweile, kein einander-auf-den-Füssen-rumstehen.

Die letzte Woche hatte ich das aber irgendwie vergessen. Es war mir zu unfreundlich draussen, die Kinder wollten immer bloss auf asphaltierten Wegen radfahren (laaaaaangweilig!) und ich hatte zu wenig Energie, dem etwas entgegenzusetzen. Resultat: Kurze Runden und dann umso länger üble Stimmung zuhause.

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Heute dann raffte ich mich endlich auf und wir erlebten grandiosen Nebel mit einzelnen Sonnenstrahlen. Wunderbar. Zauberhafte Momente. Erholung pur. Freude und Harmonie.

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Die Zaunkönigin entdeckte Federn. Reste einer Drossel, eines Eichelhähers? Für den Frischling wars eindeutig: Archaeopteryx natürlich. Was sonst? Später fand er dann auch noch ein „E“ auf dem Waldboden und war begeistert von unserem heutigen Entdeckerglück.

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Ach, wie ich sie liebe, diese lichten Nebelstimmungen im Herbst. Und wie die Bäume, Tiere und Menschen aus dem Nebel auftauchen, so gewinnen auch meine Überlegungen und Pläne an Kontur. Plötzlich fügt sich so vieles zusammen und wird sichtbar. Alles ist schon immer da gewesen, doch irgendwie habe ich es nicht sehen können. Jetzt zeigt sich alles, zwar noch etwas scheu, aber ganz deutlich im zarten Licht klarer Gedanken. Doch dazu ein andermal mehr.

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Drachen und Prinzessinnen

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Michaeli entspricht meinem drachen- und saurierbegeisterten Jungen. Zwar haben wir das festgelegte Datum Ende September verpasst, uns dann aber spontan entschieden, es ganz frei und auf unsere Art nachzuholen.

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So kneten wir an einem herbstlichen Nachmittag Teig und basteln anschliessend kleine Schnappdrachen aus Papier, während der Teig geht. Je nach Quelle formt man aus dem Teig ein Schwert oder einen Drachen, wir entscheiden uns für drei kleine Einzeltiere. Während der Frischling Gefallen am Schnippeln von Zacken mit der Schere findet, steckt die Zaunkönigin voller Hingabe unzählige Mandelstifte, welche eigentlich nur für die Zähne gedacht waren, in ihr Tier und erschafft so ebenfalls ein veritables Ungeheuer.

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Während sich die Kinder einfach über ihre Ungeheuer freuen, als Drachen verkleidet, fauchend und mit leuchtenden Augen „Angst und Schrecken“ verbreiten und fasziniert einigen Drachengeschichten lauschen, treiben mich selbst Gedanken um. Über innere Drachen, über äussere Drachen. Das Leben ist voll von ihnen. Und von Prinzessinnen.

„(…) vielleicht sind alle Drachen unseres Lebens Prinzessinnen, die nur darauf warten, uns einmal schön und mutig zu sehen. Vielleicht ist alles Schreckliche im tiefsten Grunde das Hilflose, das von uns Hilfe will.“

(Rainer Maria Rilke, Zitat aus diesem Brief, aus diesem Kontext)

 

Frau Krähe macht auf Phönix

pixabay

Die einen Leserinnen und Leser freuen sich, die anderen sind irritiert. Bei allen möchte ich mich für das Durcheinander entschuldigen.

Die Sache ist die: Ich habe einige Jahre frischfröhlich und ziemlich ziellos als „Frau Krähe“ gebloggt (bei Blogger). Mit meinem Artgerecht-Engagement (Siehe Reiter oben rechts auf dieser Website) wollte ich jedoch einen sauberen Neuanfang machen. „Mein Clan“ wurde geboren (diesmal bei WordPress). Schnell merkte ich jedoch, dass mich das Format nicht glücklich machte. Mein persönliches Schreiben wurde gehemmt, ständig war ich mir nicht sicher, ob beispielsweise eine Berichterstattung aus dem Hühnerstall, ein Gedanke über Dies oder Jenes jetzt Platz hätte in diesem neuen, „professionelleren“ Blog. Und ich merkte je länger je mehr, dass ich über diese kleinen Dinge schreiben wollte. Über meinen Alltag, über meine Erlebnisse. Auch wenn sie nicht direkt etwas mit dem Artgerecht-Projekt zu tun hatten.

Ich vermisste meine vertraute und liebgewonnene „Internet-Identität“, und den Kommentaren zu schliessen, wohl einige meiner Leserinnen auch. So importierte ich irgendwann den ganzen „Frau-Krähe“-Blog hinüber zu „Mein Clan“. Und da das hier jetzt faktisch wieder Frau Krähe ist (neu bei WordPress und deshalb in etwas neuem Gewand), heisst diese Website/dieser Blog jetzt auch wieder Frau Krähe. Eigentlich alles ganz einfach.

Entfernt also bitte „Mein Clan“ aus eurer Lesezeichenliste oder eurem Blogroll und vor allem aus euren Gedanken. Aber kommt doch mit zu Frau Krähe. Begleitet mich. Inspiriert mich. Überrascht mich. Ich bin gespannt auf alles Kommende.

Natürlich freue ich mich auch sonst immer sehr über jeden Kommentar. Doch heute gilt es ganz besonders: Bitte zögert nicht! Das ganze Gewurstel und diese Entscheidereien lassen mich etwas konfus zurück. Euch hier zu wissen (gerade die „alten“ Krähenfreundinnen, gerne aber auch die herzlich willkommenen NeuleserInnen), wäre mir eine grosse Beruhigung und Freude.

Bild von Pixabay. Danke.

Metamorphose

Die Küken verändern sich.
Alles verändert sich.

Ich wage ein Experiment: Ich habe meinen alten Blog hierhin exportiert. Er handelt von meinem Leben, ist wirklich „mein Clan“ in seiner chaotischen, aber sehr geliebten Form. Links funktionieren da und dort nicht richtig, auch die Formatierungen passen noch nicht so richtig ins neue Layout. Gebt mir ein bisschen Zeit zum Büscheln und Ordnen.