über den Horizont

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Weil der Morgen so schön war, dass ich dazu gar nichts sagen mag, beantworte ich hier jetzt einfach gerne die Fragen von Michaela.

1. Du hast in deinem Garten genau einen einzigen Platz für einen Baum. Welchen suchst du dir aus? Ein Holunderbaum dürfte nicht fehlen. Sein tiefer Symbolgehalt fasziniert und berührt mich, zugleich wäre er mir Blüten- und Beerenspender für zahlreiche Köstlichkeiten. Notabene, hier steht ja tatsächlich einer. Eigenhändig gepflanzt.

2. Der Titel deiner Autobiographie könnte lauten…? Aller Farben schwarzer Faden

3. Es ist einer dieser fiesen Tage, an denen nix hinhaut – wie kannst du dich selbst aufheitern? Aus Erfahrung kann ich sagen: Schlichte Spaziergänge durch Feld und Wald helfen immer.

4. Umgekehrt (Aufheiterung für andere): ein Lieblingswitz vielleicht? Mein Lieblingswitz, der leider nur auf Schweizerdeutsch funktioniert (in Erinnerung an David):

Was haben ein Casino und eine Pizza gemeinsam?
: Im Casino häts Automate und uf de Pizza häts au Tomate.
(…hats auch Tomaten.)

Umgekehrt lässt er sich auch erzählen, ich kann mich nicht entscheiden, welche Variante besser ist:

Was haben eine Pizza und ein Casino gemeinsam?
: Uf de Pizza häts Tomate und im Casino häts Automate.

5. Du darfst dich in der Kiste der Superkräfte bedienen – welche wählst du? Weil ich es so grandios fand, zitiere ich hier, selbst ganz ideenlos, Patricia Cammarata, welche diese Frage mal (im Podcast „der Weisheit“) beantwortet hat mit: „aus den Ohren bluten können, wenn jemand furchtbar dummes Zeug erzählt.“ DAS würde mir auch gefallen.

6. Eines der schönsten Liebeslieder ever ist…? Die schönsten Liebeslieder sind wohl jene, welche die melancholischen, traurigen Facetten des Liebeskummers besingen. Für mich jedenfalls. Mit einer Ausnahme:

Vom relativ unbekannten Schweizer Volkslied „Mis Büeli geit über Sapünersteg“ gibt es eine wunderschöne melancholische Version nur mit Frauenstimme und Akkordeon (keine Ahnung von wem). Gänsehaut pur. Leider habe ich sie im Netz nirgendwo gefunden. Alles andere (interpretiert von Chören, Liedermachern etc.) gefällt mir nicht. Deshalb kein Link. Leider.

Lying to you, von Keaton Henson

Lass uns ein Wunder sein, von Ton Steine Scherben

Patent Ochsner darf hier keinesfalls fehlen:
Scharlachrot
Wysses Papier
Niemer im Nüt
Novämber
Grossbrand
Ach, wie oft hab’ ich geheult zu diesen PO-Liedern und meine Liebeskummerwunden geleckt… Bin ich froh, bin ich nicht mehr zwanzigjährig…

7. Woran hast du gemerkt, dass du verliebt bist? Rückblickend: Daran, dass ich den Menschen gezeichnet habe. Damals waren Herz und Hand schneller als der Verstand.

8. Stell dir vor: Du stehst vor einem allwissenden Orakel. Welche Frage stellst du? „Wo bitte ist hier der Lichtschalter?“ Oder so.

9. Gibt es etwas, das dir heilig ist? Wenn ja, was? Die Freiheit zu denken. Die Freiheit zu glauben. Die Freiheit zu lieben.

10. Was ist stärker: Liebeskummer oder Liebe? Ist nicht Liebeskummer eine der grössten Triebfedern für die Kunst (Siehe Punkt 6)? Dennoch tendiere ich zur Liebe. Ihre stille, demütige Kraft, die sich im Alltag immer wieder bewähren muss und ungeahnte Transformationen ermöglicht und erfordert, beinhaltet soviel mehr Entwicklungspotenzial als die lodernde Dramatik des Liebeskummers. Ja, je länger ich darüber nachdenke: unbedingt: die Liebe.

Danke liebe Michaela für die vielen schönen und starken Erinnerungen, welche ich beim Schreiben geniessen durfte.