Nebel lichtet sich

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Eigentlich weiss ich es ja: Es gibt nichts Besseres, als mit Kindern das Haus zu verlassen und in die Natur zu gehen. Keine Streitereien, keine Langeweile, kein einander-auf-den-Füssen-rumstehen.

Die letzte Woche hatte ich das aber irgendwie vergessen. Es war mir zu unfreundlich draussen, die Kinder wollten immer bloss auf asphaltierten Wegen radfahren (laaaaaangweilig!) und ich hatte zu wenig Energie, dem etwas entgegenzusetzen. Resultat: Kurze Runden und dann umso länger üble Stimmung zuhause.

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Heute dann raffte ich mich endlich auf und wir erlebten grandiosen Nebel mit einzelnen Sonnenstrahlen. Wunderbar. Zauberhafte Momente. Erholung pur. Freude und Harmonie.

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Die Zaunkönigin entdeckte Federn. Reste einer Drossel, eines Eichelhähers? Für den Frischling wars eindeutig: Archaeopteryx natürlich. Was sonst? Später fand er dann auch noch ein „E“ auf dem Waldboden und war begeistert von unserem heutigen Entdeckerglück.

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Ach, wie ich sie liebe, diese lichten Nebelstimmungen im Herbst. Und wie die Bäume, Tiere und Menschen aus dem Nebel auftauchen, so gewinnen auch meine Überlegungen und Pläne an Kontur. Plötzlich fügt sich so vieles zusammen und wird sichtbar. Alles ist schon immer da gewesen, doch irgendwie habe ich es nicht sehen können. Jetzt zeigt sich alles, zwar noch etwas scheu, aber ganz deutlich im zarten Licht klarer Gedanken. Doch dazu ein andermal mehr.

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Herbsteln

Ich weiss gar nicht, was ich so anstelle all die Tage. Ich bin immer an etwas dran. Da ein bisschen aufräumen und sortieren, dort ein bisschen Geschichten erzählen und tiefschürfenden Überlegungen eines Vierjährigen lauschen. Toilettengänge begleiten und Wäscheberge in der Bewegung des ewigen Kreislaufs eines Haushaltes halten. Solche Dinge halt. Nichts Aussergewöhnliches. Seit langer Zeit fühlt sich das Ganze aber nicht pausenlos hektisch an, sondern wohltuend überschaubar. Geordnete Bahnen. Fast schon langweilig. Ein seltener und deshalb sehr wohltuender Zustand für mich.

Wer jetzt glaubt, dabei gehe es in Richtung Perfektion, irrt. Vielmehr geniesse ich die wunderbaren Herbsttage. Feuer anzünden und in die Herbstsonne blinzeln, kleine Strickprojekte wagen, abends endlich wieder mal eine Fernsehserie gucken, Treffen mit Freunden realisieren, diese Dinge sind mir definitiv wichtiger als geputzte Fenster und vernichtete Staubmäuse. Hach, Ferien zuhause sind einfach schön.